Während die traditionelle Vierschanzentournee für Skisprung-Profis auch heuer wieder die Fans in ihren Bann zieht, gibt es seit einigen Wochen auch für Wiener Stadtradler ein schanzenartiges Abenteuer zu meistern. Statt Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen ist in der Bundeshauptstadt aber nur die Maria-Theresien-Straße in der Wiener Innenstadt der Schauplatz der „Ein-Schanzen-Tournee“. Kuppe zum Abheben Tatsächlich dünkt die dort bei Haus Nummer 30 auf dem Mehrzweckstreifen installierte Umleitung so komisch wie der Titel dieses Berichts: Denn wegen eines Baukrans – natürlich genau auf dem Radweg platziert – folgt ein rasanter Schwenk nach rechts unter den Kran durch, wo dann eine Kuppe mit respektabler Steigung zu bezwingen ist. Wer schnell genug ist – durch den „Anlauf“ von der Währinger Straße runter zum Donaukanal kann man das nötige Tempo aufnehmen – könnte dabei durchaus abheben. Wenn auch realistischerweise nur eine Weite von einigen Zentimetern möglich scheint. Ratsam ist ein Abflug freilich nicht, denn der „Auslauf“ ist mindestens so tückisch wie im Bergisel-Stadion , wartet doch sogleich eine scharfe Linkskurve retour auf die stark frequentierte Fahrbahn. Wer zum ersten Mal diese Schlüsselstelle im Wiener Radwegnetz passiert, sollte also – insbesondere bei schlechter Sicht und widrigen Bedingungen – gefasst (und gewarnt) sein. Denn die angebrachte Markierung lässt ebenso zu wünschen übrig, weil kaum vorab wahrnehmbar: primitiv aufgesprühte Rechtspfeile samt einem Fahrradsymbol in Rosa sind erst im letzten Moment erkennbar; und das gelbe Umleitungsschild ist just auf gelbem Hintergrund montiert. Kein Wunder, dass – wie beim KURIER-Lokalaugenschein erlebt – alle vorbeirauschenden Radler gar nicht über den Bakken rumpeln, sondern sich lieber in die zweispurige Verkehrsader einreihen (und dies für weniger gefährlich erachten). Christian Mayr Aus "Sicherheit" für Radler Dabei sei die Wegführung, so meint jedenfalls die MA 46 (Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten), „aus Sicherheitsgründen für die Radfahrer“ genau derart eingerichtet worden. Und eine Sprecherin erinnert an die Gesetzeslage: „Prinzipiell ist das Fahrverhalten beim Befahren von Umleitungen laut Straßenverkehrsordnung den Gegebenheiten anzupassen .“ Der Kran-Abbau soll übrigens im Februar erfolgen, danach die Passage wieder frei befahrbar sein. Bis dahin gilt dort für alle Pedalritter dasselbe wie für Skispringer: Fokussiert bleiben und ja nicht zu viel riskieren !