Handball: Österreichs Herren starten die EM-Vorbereitung

Neues Jahr, neue Ära. Österreichs Herren-Handballteam startet mit dem neuen Teamchef Iker Romero die Mission EM und schlägt ein neues Kapitel auf. Die Premiere verlor man im Herbst gegen Ungarn, ab Freitag bereitet sich das ÖHB-Team auf die kommende Europameisterschaft vor. Man residiert in Stockerau, trainiert in Tulln und probt am 6. Jänner in Wien gegen Tschechien. Sebastian Frimmel , Legionär in Ungarn bei Pick Szeged, darf sich Routinier und Stütze des Teams nennen, dennoch ist auch für ihn die kommende Ära eine Zeit der Spannung und Vorfreude. „Es ist spannend nach so vielen Jahren unter Ales Pajovic einen Trainerwechsel zu erleben. Wir alle lieben Pajo, dennoch kommen mit Iker ein paar neue Ideen rein, die uns helfen können.“ kurier / Martin Stachl Der 30-jährige Frimmel ist überzeugt, dass der Spanier als Typ zur Mannschaft passt. „Seine Art gefällt mir sehr. Er und Pajo sind nicht gleich, aber trotzdem gibt es Ähnlichkeiten.“ Beide wissen um die Notwendigkeit der Mannschaft eine längere Leine zu geben, jene Freiräume, die mit Spaß, Schmäh und guter Stimmung gefüllt werden. Umgekehrt können sie von den Spielern auch alles verlangen. Spanische Idee „Es gibt Trainer, die nur reinbrüllen von der Seitenlinie und mit der Peitsche dastehen. Vielleicht muss jeder Spieler da einmal durch, dass man sich mental nicht aus der Ruhe bringen lässt“, so Frimmel. „Das ist aber bei dem Team nicht notwendig, daher bin ich froh, dass wir mit Pajo gesegnet waren und jetzt mit Iker.“ Der Routinier steht selbst bei Szeged unter dem Einfluss des spanischen Handballs, vor allem was die Defensive betrifft. „Ich glaube an diese spanische Idee Handball zu spielen.“ Dabei geht es um Feinheiten in der Abwehr, beim ersten Aufeinandertreffen hat das Trainerteam begonnen mit den Spielern ein System zu erarbeiten. „Es geht darum, dass jeder auf seiner Position weiß, was er zu tun hat.“ Regeln müssen eingehalten werden, jeder weiß um seine Job-Beschreibung. „Iker arbeitet akribisch und leidenschaftlich, sein Herz schlägt für Sport. Das überträgt sich auf die Mannschaft“, so der 125-fache Teamspieler, der aus der Kaderschmiede von Westwien kommt. Schnitzel statt Tapas Zum Einstand gab es im herbst weder Tapas noch Rioja, Romero lud seine Schützlinge zu XXL-Schnitzel und Bier in der Leopoldau ein. Frimmel optimistisch: „Wenn wir einmal in Spanien spielen, dann wird er uns ausführen.“ Hungrig ist das Team ohnehin immer, so auch vor der EM. In der Gruppenphase warten Deutschland, Spanien und Serbien. „Ich erwarte mir drei extrem schwere Spiele, dass wir nicht in der Favoritenrolle sind, ist logisch. Wir müssen überraschen und am Maximum agieren.“ Ziel sei es künftig die Euphorie auf einen längeren Zeitraum auszudehnen. „Nicht nur zwei Monate rund um ein Event. Wir gehen den Weg weiter, wollen uns auf dem Niveau etablieren.“ Die Mischung aus Routiniers wie Frimmel und jungen Talenten gibt Hoffnung für die Zukunft.