Vitamine für kalte Tage: Gesunde Genüsse mit dem Erdapfel

Von Nicole Ott Das neue Jahr ist gerade mal ein paar Tage alt, als ich über den Markt zum Café eile. Die Stadt hat sich ins Winterkleid gehüllt, der Himmel ist nebelverhangen, es nieselt zart – das Wetter ist ideal, um sich bei Kaffee und Kuchen süße Stärkung zu holen. Auch das Abendessen soll ein molliges werden, ich schaue aus dem Fenster und lasse mich bei unseren Nachbarn vis-à-vis, dem Biobauernstand , inspirieren. Von Schirmen beschützt, liegen verschiedene Sorten Erdäpfel in ihren Steigen. Ich laufe hinüber, schnappe mir ein Sackerl und fülle es mit kleinen speckigen Kartoffeln . Für die Urli nehme ich auch ein paar Stück ihrer Lieblingssorte "Ditta" mit, wie schön, dass wir am Markt auch kleine Mengen einkaufen können. Grundbirnen Zurück im Café stelle ich mich hinter die Bar, schlürfe meinen zweiten Cappuccino und sinniere über den Erdapfel . Die Anthropologie des Essens ist mein Hobby, heute ist die Kartoffel dran und wer gerade Dienst im Café hat, darf sich glücklich schätzen, mehr über sie zu erfahren. "Der Erdapfel ist erst Mitte des 16. Jahrhunderts nach Europa gekommen, hat sich schnell zu einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel gemausert und so Hungersnöte gemildert." Besonders liebe ich die Namensfindung: Das Wort " Kartoffel " kommt vom alten italienischen Wort für Trüffel – tartufolo . Bei uns hat sich allerdings das schöne Wort Erdapfel durchgesetzt. Philip, der Vorarlberger, schaut mich skeptisch an: "Mein Opa hat immer ' Grumpara ' gesagt, das kommt vom Ausdruck Grundbirnen", meint er. "So oder so", schmunzle ich: " Erdäpfel haben besonders hochwertige Proteine und sind sehr gesund, vor allem, wenn du sie mit der Schale kochst, so behalten sie doppelt soviel Vitamin C!" Zuhause packe ich meinen Einkauf aus und dämpfe die kleinen Kartoffeln ungeschält , auf dass wir mit diesem Vitaminschub gesund durch den Hochwinter kommen. "Du und die kleinen Erdäpfel!", zitiert der Liebste seine Mutter und stibitzt sich zwei Exemplare. Er verputzt sie mit Butter und Salz, genauso, wie ich sie unserem Pipsi gern als Snack serviere. Apropos Kindheit und Lieblingsspeisen : Heute gibt es Dillkartoffeln bei uns, mein liebstes Essen als kleines Mädchen. Unvergessen ist der Herd meiner Mutter, der Urli, auf dem immer ein Topf mit einer Einbrenn stand. Mit dem Ende des letzten Jahrtausends wurden die alten Rezepte aus der Küche verbannt und neue Speisen aus der ganzen Welt hielten Einzug. Zwanzig Jahre später kommt nun der Gegentrend , heute koche ich als Nomi für die Familie nahrhafte Familienrezepte, für den Liebsten italienisch und für Freundinnen Rezepte aus der ganzen Welt. Welches Gericht entlockt euch an Wintertagen ein Lächeln?