Sie gilt noch immer als der ultimative Härtetest für Mensch und Material. Die 48. Auflage der Rallye Dakar startet am Samstag mit dem Prolog in Yanbu (Saudi-Arabien). Warum Saudi-Arabien? Es heißt doch „Dakar“! Ihren Ursprung hat die Veranstaltung in der legendären Rallye Paris–Dakar, die 1979 erstmals ausgetragen wurde. 2009 musste das Rennen aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Man übersiedelte für elf Jahre nach Südamerika. Seit 2020 wird die Rallye in Saudi-Arabien ausgetragen. Der Markenname „Dakar“ war so stark, dass er blieb. Ist das wirklich noch so ein Abenteuer? Nein und ja. Nein, weil die Biwaks mittlerweile kleinen Städten gleichen und sich zumindest die Top-Piloten einigermaßen erholen können. Ja, weil die sportliche Herausforderung immer noch extrem ist. Heuer sind in den zwei Wochen rund 8.000 Kilometer quer durch die Wüsten Saudi-Arabiens zu bewältigen. Auf Zeit gefahren wird auf den 13 Wertungsprüfungen mit insgesamt 4.900 Kilometern. Bei den Marathon-Etappen sind die Fahrer auf sich alleine gestellt und haben kaum Servicemöglichkeiten von außen. dakar.com/Kurier-Grafik Wird immer noch navigiert wie früher? Die Navigation ist immer noch ein wesentlicher Bestandteil der Rallye. Wie früher folgen die Teilnehmer dem Roadbook, in dem sie sich selbst Notizen gemacht haben. Auf dem GPS-System kann man nicht viel mehr als die Kompassrichtung ablesen. Es ist vor allem ein Kontrollmittel für die Veranstalter, ob alle Wegpunkte abgefahren wurden – und ein System für den Notfall. Sind Österreicher dabei? Ja. Sportlich ernstzunehmen ist der Tiroler Motorradfahrer Tobias Ebster . Nach zwei Versuchen als Privatier geht der 28-jährige Neffe von Heinz Kinigadner erstmals als Werksfahrer in der Rally2-Wertung an den Start. Milliardärserbe Mark Mateschitz startet unter dem Namen Mark Mustermann in der Auto-Klasse und wird einen Toyota pilotieren. Seine Lebensgefährtin Victoria Swarovski startet in der Challenger-Klasse unter dem Namen „Vic Flip“. Wer fährt da noch mit? Insgesamt sind 325 Fahrzeuge gemeldet. 117 davon sind Motorradfahrer. Unter den 800 gemeldeten Teilnehmern sind 39 Frauen. Wer ist Favorit? Die Liste der Favoriten ist lang und reicht von Sebastien Loeb (51) bis zu Carlos Sainz Senior (63). Nicht für den Gesamtsieg in Frage kommt der Franzose Stéphane Peterhansel (60). Mit 14 gewonnenen Dakar-Rennen ist er zwar Rekordsieger, allerdings tritt er in der neuen Stock-Kategorie (siehe unten) an. Favorit bei den Motorrädern ist Vorjahressieger Daniel Sanders (31) aus Australien. Wie viele Fahrzeugklassen gibt es? Sieben. Motorräder: Mehrere Unterkategorien. SSV/UTV: Side-by-Side / Utility Task Vehicle. Kleine, wendige Zwei- oder Viersitzer. Autos: Ultimate (Prototypen / aus dieser Klasse kommt normalerweise der Gesamtsieger) und Stock (seriennahe Fahrzeuge). Challenger: Mittelding zwischen SSV und Ultimate. Höchstgeschwindigkeit auf 135 km/h begrenzt. Mission 1000: Autos mit alternativen Motoren. Also Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffantriebe. Trucks: Seriennahe oder modifizierte Lkw mit rund acht Tonnen. Einige sind auch Unterstützungsfahrzeuge und transportieren Material von Biwak zu Biwak. Dakar Classic: Historische Fahrzeuge. Sie fahren teilweise eine andere Route. Kann man das irgendwo im TV sehen? 70 TV-Sender übertragen in 190 Länder. In Österreich sind die Highlights auf Eurosport zu sehen.