ÖVP mit „neuem Plan“ für St. Pölten: Zuzug stoppen und Wachstum lenken

Unmittelbar nach dem Jahresstart stieg Florian Krumböck , der neue Spitzenkandidat der ÖVP bei der Gemeinderatswahl in St. Pölten am Freitag in den Wahlkampf ein. Als "Neuer“ wolle er zeigen, was er inhaltlich Neues zu bieten habe, so der Stadtrat bei der Präsentation des Wahlprogramms. Dieses stellt er alleine vor. Es gelte die einfache Frage zu beantworten „wollen die Leute ein Weiter, wie bisher oder wollen wir die Wahl nutzen und St. Pölten einen neuen Plan geben“, leitete Krumböck ein. Richtungsentscheid Die Wahl sei ein Richtungsentscheid, ob "alte Politik" beibehalten oder neue Politik möglich gemacht werde. Das ÖVP-Programm lasse unter drei klaren Prioritäten zusammenfassen, "Zuzug bremsen“, "Wachstum lenken“ und "Innenstadt stärken“, sagte Krumböck. Unkontrollierter Zuzug ohne Plan schade der Stadt, die in den letzten Jahren zu schnell gewachsen sei. Kindergärten, Schulen oder soziale Einrichtungen hätten mit dem Tempo nicht mithalten können. "St. Pölten braucht eine Wachstumspause, um wieder Ordnung in die Entwicklung zu bringen“, forderte Krumböck. Über 7.000 Bürger seien in der in Österreich am schnellsten wachsenden Stadt zugezogen. Wachstum müsse man lenken, anstatt ihm planlos hinterherzulaufen, richtete Krumböck der SPÖ-Stadtregierung aus. Grundsätzlich sei Wachstum nicht schlecht, doch aufgrund fehlender Lenkung sei die Stadt verbaut, verstaut und überlastet worden, war der ÖVP-Spitzenkandidat überzeugt. Zukunftsplan Mit einem verbindlichen Zukunftsplan für jeden Stadtteil sowie einem neuen Stadtentwicklungskonzept, das unmittelbar nach der Konstituierung des neuen Stadtparlaments beauftragt werden soll, möchte Krumböck gegen die Probleme ankämpfen. Den Stadtteilen sollen weiters eigene Budgets , mit starker Mitsprache der Bewohner bei der Verwendung, zugewiesen werden. Der dritte Schwerpunkt gilt der St. Pöltner Innenstadt, "damit sie wieder Musterschüler statt Sorgenkind ist“, sagte Krumböck. Dort müsse der generelle Stellplatzabbau, aber auch der weitere Umbau der Promenade gestoppt werden. Bei der Nutzung des brachliegenden Leiner-Areals, das einst Rene Benko gekauft hatte, will die ÖVP für mehr Bewegung und „notfalls eine aktive Rolle der Stadt“ sorgen. Zukunftsgenerationen In der Stadtregierung würde die ÖVP die Kompetenzen aller vertretenen Parteien nutzen, zudem sollte Kinder- und Jugendgemeinderäten mehr Gehör gegeben werden. Große Events hat die ÖVP im Wahlkampf nicht vor. Alle 28.800 Haushalte der Stadt möchte man besuchen. Einen ersten intensiven " Tag der Überzeugung “ planen die 84 ÖVP-Kandidaten für den Samstag der nächsten Woche. Aktuell ist die SPÖ mit 25 , und die ÖVP mit zehn Mandaten im Gemeinderat vertreten. FPÖ und Grüne haben je drei Sitze, Neos einen . Als zehnköpfiges Team sei man sehr schlagkräftig im Gemeinderat, er freue sich aber über jedes Teammitglied mehr, das nach der Gemeinderatswahl in der ÖVP-Fraktion dabei sei, beantwortete Krumböck die Frage nach dem Wahlziel ausweichend.