„Das gefällt mir“, sagt Sturms Trainerlegende Robert Pflug . „Er greift immer ein, hat immer gut korrigiert.“ Der 80-Jährige, der Sturm 1984 und 1991/1992 coachte, war einer von rund 60 Zaungästen bei Sturms Trainingsauftakt in Graz-Messendorf und überaus überzeugt vom neuen Trainer. Fabio Ingolitsch bat am Freitag 14.40 Uhr zum ersten Training , das teilweise auch intensiv gestaltet wurde. Der neue Mann beim Meister wurde auch schon bald laut, dirigierte wie ein Karajan. Und er durfte sich auch schon auf die Anweisungen seines neuen Co-Trainers Christoph Witamwas ("Ich musste keinen Moment zögern, als ich vom Angebot erfahren habe") verlassen. „Wir sind am Donnerstag schon gemeinsam aus Salzburg gekommen. Wir haben quasi die Reise gemeinsam angetreten“, sagt Ingolitsch. „Wir ticken sehr ähnlich, was Fußball betrifft, er hat im Entwicklungsbereich sehr gut gearbeitet, speziell jetzt bei der U17-WM.“ APA/ERWIN SCHERIAU Dirigent Ingolitsch Was waren die erste Worte an die Mannschaft? „Dass ich sehr dankbar bin für die Chance, Trainer bei so einem großen Verein zu sein. Dass ich eine Kultur und eine Energie implementieren will, die uns gute Ergebnis bringt.“ Ingolitsch will sich dabei auch nicht verstellen. „Ich will auch keine Rolle, sondern so auftreten, wie ich bin. Sowie eine Bindung zu den Spielern aufbauen, die uns allen hilft.“ Dass er der mit 33 Jahren jüngste Trainer in Sturms Bundesliga-Geschicht e ist, bewegt ihn weniger. „Ich war überall der jüngste, mein Alter hilft mir nicht, schadet mir aber auch nicht. Wichtig sind andere Dinge.“ Verlassen darf er sich auf Sargon Duran, der schon Co-Trainer bei Jürgen Säumel war und Sturm-Legende Günther Neukirchner, den 54-Jährigen holte Ingolitsch ins Boot. „Ich wollte einen Mann im Trainerteam, der etwas älter ist und über große Erfahrung verfügt, die er schon als Spieler gesammelt hat. Er kennt zudem den Verein auswendig, das ist für mich auch gut, um Dinge besser zu verstehen.“ Dass ein Heimkehrer noch mehr Applaus erhielt als er selbst, stört ihn nicht. „Er hat sich das verdient.“ Fan-Liebling Er meinte Jusuf Gazibegovic , der bejubelt wurde wie einst nach einem seiner Weitschuss-Tore. „Ich habe nach der schlechten Hinrunde in Köln etwas gesucht, wo ich mich zuhause fühle, das ist hier der Fall, ich musste nicht überlegen. Ich habe hier immer sehr viel Liebe bekommen. Ich freue mich vor allem auf unsere tollen Fans .“ Seinen Trainer kennt er noch aus Lieferinger Zeiten. „Er hat sich die Chance erarbeitet und er will wie wir auch wachsen.“ Gazi und Gizo Der 25-jährige Gazibegovic war nicht die einzige Neuerwerbung, auch der Georgier Gizo Mamageishvili war war im Beisein von Sportchef Michael Parensen und Finanz-Vorstand Michael Vollmann dabei, marschierte dabei gemeinsam mit Landsmann Otar Kiteishvili auf den Platz. Jon Gorenc-Stankovic war angeschlagen und absolvierte ein Indivualtraining. Mit von der Auftaktpartie war freilich auch Stefan Hierländer, mit bald 35 sogar älter als der Trainer. "Dass wir Druck haben, ist gut, zeigt, dass wir gut gearbeitet haben. Es ist wieder alles möglich, wenn wir an einem Strang ziehen."