Leerstände im Handel: Einkaufszentren setzen auf Gesundheit

Der wachsende Bedarf an lokalen Gesundheits- und Vorsorgeangeboten eröffnet neue Chancen für Immobilieninvestoren in ganz Europa. Das zeigt eine aktuelle europaweite Studie des internationalen Immobiliendienstleisters CBRE , die den zunehmenden Stellenwert von Fitness-, Gesundheits- und Wellnessangeboten in Einkaufszentren und Handelsimmobilien analysiert. Auch in Österreich ist der Handel seit längerem mit sinkenden Umsätzen konfrontiert, wodurch wiederum Leerstände in Einkaufszentren und Einzelhandelsimmobilien gestiegen sind. Die Umnutzung von Einzelhandelsflächen in Gesundheits-, Fitness - und Wellnesseinrichtungen ist daher aussichtsträchtig. „Dadurch wird der Mietermix diversifiziert, die Frequenz erhöht und die Aufenthaltsdauer der Besucher verlängert. Leerstände können so insbesondere in schwieriger vermarktbaren Flächen in Obergeschossen reduziert und der Gesamtwert der Immobili e gesteigert werden“, so Marc Steinke , Head of Research bei CBRE Österreich . Kurier/Jeff Mangione Fitnesscenter sind immer öfter in Einkaufszentren untergebracht. "Fitness- und Wellnessanbieter suchen frequenzstarke Standorte mit guter Sichtbarkeit. Darüber hinaus sind sie aber auch in der Lage, Flächen zu bespielen, die von klassischen Retailern aktuell weniger stark nachgefragt werden. Gefragt sind dabei sowohl gut laufende Einkaufszentren als auch High Street-Lagen. Vor kurzem haben wir den Markteintritt eines hochwertigen, südafrikanischen Fitness- & Wellnessanbieters in Wien begleitet. Die Eröffnung für die fast 4000 Quadratmeter große Fläche ist für Herbst 2026 geplant“, sagt Walter Wölfler , Head of Agency & Sector Retail Austria bei CBRE Österreich. Dem Bericht zufolge hat sich die von Fitnessanbietern belegte Fläche im Shopping-Center-Portfolio von CBRE seit 2019 mehr als verdoppelt. Mieter aus den Bereichen Gesundheit, Wellness und Fitness erweisen sich als wesentlicher Treiber für die Besucherfrequenzen nach der Pandemie. Die Autoren der Studie sehen Schweden als den am weitesten entwickelten Markt Europas. In den 15 größten Einkaufszentre n des Landes sind insgesamt mehr als 60 Mieter aus dem Gesundheitsbereich vertreten – darunter Familienkliniken, Physiotherapiepraxen und Impfzentren. Einzelne Standorte beherbergen jeweils mehr als ein Dutzend solcher Anbieter. Das Vereinigte Königreich ist der am weitesten entwickelte Wellness -Markt, liegt jedoch bei Fitness und Gesundheitswesen unter dem Durchschnitt. Kurier/franz gruber Auch Ordinationen, etwa die eines Augenarztes, findet man immer öfter bei Einkaufszentren. Einige der großen europäischen Märkte haben großes Wachstumspotential, etwa die Niederlande und Italien sowie Spanie n.  Die Anzahl der Ärzte- und Gesundheitszentren in Österreich wächst seit Jahren. Zusätzlich werden Primärversorgungszentren forciert, die als Erstanlaufstelle im Gesundheitssystem die Spitäler entlasten sollen. So eröffnete zum Beispiel im Frühjahr 2025 das „Millennium Med“ in der Millennium Cit y. Der hohen Nachfrage folgend sind auch Schönheitskliniken verstärkt als Nutzer zu beobachten. „Aufgrund dieser Entwicklungen sehen wir auch in Österreich ein großes Potenzial für Gesundheitsdienstleistungen in Einzelhandelsimmobilien. Eigentümer gewinnen damit einen krisensicheren Mieter , der stark standortgebunden ist. Im Gegenzug können sich die Mieter in bereits etablierten Handelsstandorte n mit guter Erreichbarkeit ansiedeln“, so Wölfler.