Alle Jahre wieder – sind sie da, die neuen Versprechen an uns selbst: Abnehmen und ein gesunder Lebensstil stehen besonders nach den kulinarisch üppigen Feiertagen oben auf der Liste. Und nicht wenige planen, dieses Vorhaben 2026 mit Fasten umzusetzen. Doch die Umsetzung hält der Realität oft nicht stand. Dabei hilft es manchmal sogar, wenn der Körper ein wenig getäuscht wird. Die Beweggründe für den bewussten Verzicht bleiben seit Jahren stabil, zeigt die aktuelle Fastenumfrage des auf Fastenkuren spezialisierten Retreat & Health Resort im burgenländischen Marienkron. Hauptmotive sind Reinigung und Entgiftung des Körpers (39,3 %), gefolgt von Gewichtsabnahme (37,9 %). Langfristig denken Wobei: Fasten wird noch immer häufig mit Abnehmen gleichgesetzt. „Tatsächlich liegt der größte gesundheitliche Nutzen in der metabolischen Entlastung und der Aktivierung der körpereigenen Regenerationsprozesse“, erklärt die ärztliche Leiterin Ulrike Göschl . „Gewichtsreduktion ist meist ein positiver Nebeneffekt.“ Das erleichtere wiederum den Einstieg in eine langfristig gesündere Ernährung. Die positiven Auswirkungen von Fastentagen sind bereits gut durch Studien belegt. Der an der renommierten Berliner tätige Internist und Naturheilkundler Andreas Michalsen nennt vor allem die Autophagie , eine Art reinigende Müllabfuhr auf zellulärer Ebene, gleichzeitig werden auch Zellreparaturmechanismen aktiviert. Ebenso können Entzündungen im Körper reduziert werden. Bewusster Verzicht ist beliebt In der Marienkroner Fastenumfrage (1.028 Online-Interviews mit Personen zwischen 18 und 75 Jahren) plant mit 46 Prozent fast jeder Zweite der Befragten im Jahr 2026 bewussten Verzicht. Die Methoden dafür sind unterschiedlich. Manche gehen es traditionell in der Fastenzeit an, andere wollen einzelne Fastentage etablieren. Bekannteste und am häufigsten praktizierte Fastenform bleibt mit 62,2 Prozent das Intervallfasten. Dabei wird für einige Stunden (z. B. 8 Stunden) komplett auf Nahrung verzichtet. Dahinter folgen Suppen- und Saftfasten . Unter den klassischen Diäten wird übrigens „ Iss die Hälfte “ am häufigsten genutzt, beliebt sind weiters Low-Carb und Trennkost. Für Göschl ist Intervallfasten deshalb so beliebt, weil es sich gut in den Alltag integrieren lässt und keinen vollständigen Verzicht erfordere. Den Körper mit Scheinfasten austricksen Mit einem ähnlichen Trick kann man den Körper beim Scheinfasten überlisten. Der Begriff klingt auf den ersten Blick etwas unseriös, dahinter steht aber ein wissenschaftlich fundierter Ansatz, erklärt Andreas Michalsen in seinem Buch (siehe rechts). Im Unterschied zum Heilfasten ohne feste Nahrung wird die tägliche Kalorienmenge auf 650 bis 700 Kalorien beschränkt, die vegane Kost entlastet die Bauchspeicheldrüse. Das Interessante am Scheinfasten: Der Körper wird durch die gezielte Kalorienreduktion über fünf Tage ebenfalls so in den Fastenmodus versetzt, wie beim Heilfasten. Durch die geringere Energiezufuhr erfolgt ebenfalls die sogenannte metabolische Umstellung: Nachdem die Kohlenhydratspeicher geleert wurden, greift der Organismus auf die Fettreserven zur Energiegewinnung zurück.