Eine Investoren-Legende sagt Adieu: Was sie von Warren Buffet lernen können

„Regel Nummer eins: Verliere niemals Geld. Regel Nummer zwei: Vergiss niemals Regel Nummer eins.“ Mit simplen Prinzipien wurde Warren Buffett zu einem der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten. Das „Orakel von Omaha“, benannt nach dem Sitz seines Finanz- und Industrie-Konglomerats Berkshire Hathaway, hat sich mit Jahreswechsel aus der operativen Führung zurückgezogen. Generationen von Anlegern in aller Welt haben sich die Börsen-Tipps von Buffett zu Herzen genommen. Er selbst ist trotz Spenden in Höhe von 65 Milliarden Dollar einer der reichsten Menschen der Welt. Das US-Magazin Forbes schätzt sein Vermögen aktuell auf 149 Milliarden Dollar. Sein erstes Geld soll er 1936 mit sechs Jahren gemacht haben, indem er Coca-Cola-Sixpacks für 25 Cent kaufte und die Einzelflaschen für jeweils 10 Cent weiterverkaufte. Seine erste Million hatte er 1962 auf dem Konto. Stiftungen Der Rest ist Geschichte, Mythos, Legende. Der Philantrop initiierte 2010 gemeinsam mit Microsoft-Gründer Bill Gates „The Giving Pledge“ („Das Versprechen zu geben“), um auch andere Milliardäre zu motivieren, ihr Vermögen für den guten Zweck zu stiften. Mehr als 250 Superreiche haben sich bisher der Aktion angeschlossen, darunter Mark Zuckerberg (Facebook) oder Larry Ellison (Oracle). Seit rund sechs Jahrzehnten stand Buffett also nun an der Spitze von Berkshire, dessen größter Aktionär er auch ist. Nun tritt der Sohn eines Kongressabgeordneten, der mit elf Jahren seine ersten Aktien kaufte, im Alter von 95 Jahren ab. Der begeisterte Bridge-Spieler bleibt Berkshire jedoch als Aufsichtsratschef erhalten. Sein Nachfolger, der Kanadier Greg Abel (63), tritt einen der anspruchsvollsten Führungsjobs der Finanzwelt an. Allein Buffets im Mai 2025 angekündigter Rückzug hat der Berkshire-Aktie einen ungewohnten Dämpfer verpasst. Die legendäre „A“-Aktie, der Stückpreis liegt bei knapp 755.000 US-Dollar, hat 2025 ein Jahresminus von 2,9 Prozent eingefahren. Eine von Buffetts legendären Börsenweisheiten lautet: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind und gierig, wenn andere ängstlich sind.“ So kaufte er sich mitten in der Finanzkrise bei Goldman Sachs und der Bank of America ein und baute sein Engagement sukzessive aus. Analysten schätzen, dass er allein bei der Bank of America rund 20 Milliarden Euro im Plus liegt. Buffett war nie auf den kurzfristigen Erfolg aus. Seinem Gespür für langfristig lohnende Investments folgend, baute er Berkshire seit den 1960er-Jahren von einer kleinen Textilfirma zu einer der größten Investmentfirmen der Welt aus. Die Marktkapitalisierung von Berkshire beträgt mehr als 1.000 Milliarden US-Dollar. Der wertvollste europäische Konzern, ASML aus den Niederlanden, weltweit größter Anbieter von Lithografiesystemen für die Halbleiterindustrie, ist an der Börse mit 418 Milliarden Dollar weniger als die Hälfte wert. Neben gigantischen Finanzinvestments in Aktien von Apple, American Express, Bank of America, Chevron und Coca-Cola hat Berkshire auch zahlreiche Tochterfirmen. Das Reich erstreckt sich vom US-Versicherer Geico, über Batterie-Hersteller Duracell und die Restaurant-Kette Dairy Queen bis hin zur zweitgrößten US-Eisenbahngesellschaft BNSF Railway. Bescheidenheit Buffett, der seinerzeit von Harvard abgelehnt wurde, dann aber an der Columbia University seinen Wirtschaftsmaster machte, führte schon immer ein bescheidenes Leben. So wohnt er noch immer in dem Haus in Omaha, das er 1958 für damals 31,500 Dollar kaufte. Sein Nachfolger Greg Abel ist ein gelernter Buchhalter und Wirtschaftsprüfer, der seine Karriere bei PricewaterhouseCoopers begann. Später stieg er beim Geothermie-Unternehmen CalEnergy ein, welches von Berkshire übernommen wurde. So stieß er in Buffetts Reich und kletterte über die Jahre die Karriereleiter nach oben. Als Buffett 2025 Abel offiziell als seinen Nachfolger ankündigte, sollen laut US-Medien nur Buffetts drei Kinder vorab informiert gewesen sein – Abel selbst nicht. Zu groß dürfte die Überraschung aber nicht mehr gewesen sein. Buffetts langjähriger Partner, Charlie Munger, war 2023 verstorben – mit 99.