Wien: Weiter warten auf die großen Projekte

Wien hat große Pläne. Manche Großbauprojekte sind mittlerweile in Bau. Was, wann (voraussichtlich) fertig wird. Eine Übersicht. Fernbusterminal Zwischenzeitlich sah es alles andere als gut aus für den neuen Wiener Fernbusterminal. Das Projekt schien aber nicht gerade unter einem guten Stern zu stehen. Nach der langwierigen Standortsuche folgte ein Rechtsstreit mit dem ehemaligen privaten Partner. Schlussendlich konnte ein Vergleich erzielt werden, die Stadt musste dem Investor allerdings 9,5 Millionen Euro bezahlen, wie der KURIER berichtete. Dass es überhaupt noch zu einer Realisierung des Fernbusterminals kommt, mag deshalb viele verwundern. Nun aber geht es Schlag auf Schlag, mit den Bauarbeiten wurde sogar schon begonnen. Fertig werden soll der Fernbusterminal, der sich zwischen Stadioncenter und Handelskai befinden wird, im Jahr 2029. Allerdings fällt das Projekt nun, wo es die Stadt Wien alleine trägt, etwas kleiner aus als es mit dem privaten Partner geplant war. Das Hochhaus wird vorerst nicht gebaut, eine „spätere Realisierung ist aber weiterhin möglich und geplant“, heißt es. Kosten wird das Projekt insgesamt rund 158 Millionen Euro. Die Stadt Wien wird dazu „temporäre Eigenmittel“ in Höhe von 45 Millionen Euro beitragen. ZOOM VP / BURTSCHER ­ DURIG ZT G Wiener Fernbusterminal Wien Holding Arena Ein kurzes Intermezzo vor Gericht kann auch das Großprojekt rund um die neue Event-Halle in Neu Marx vorweisen. Die Zuschlagsentscheidung der Stadt für einen privaten Betreiber wurde dabei vom Verwaltungsgericht als nichtig erklärt. Anschließend entschied sich die Wien Holding für einen anderen Partner: „CTS Eventim“. Und dieses Mal soll es halten, denn die Arena soll nun 2030 eröffnen – sechs Jahre nach dem ursprünglich verkündeten Eröffnungsdatum. Ein konkreter Baubeginn wurde noch nicht kommuniziert. Neben Zeit wird die Stadt aber auch Geld in das Projekt investieren. 450 bis 500 Millionen Euro wird die Eventhalle insgesamt kosten, 153 Millionen davon wir die Stadt beisteuern. Verbindungsbahn Auf eine noch bevorstehende Gerichtsentscheidung wird derzeit in der Causa rund um die Verbindungsbahn gewartet. Der Ausbau der S-Bahn zwischen Hütteldorf und Meidling liegt derzeit auf Eis, weil gegen den UVP-Bescheid ein Verfahren anhängig ist. Der Bau konnte demnach nicht wie geplant im September 2025 beginnen. Bei einem baldigen Abschluss des Gerichtsverfahrens hoffen die ÖBB aber, das Projekt ab 2026 umsetzen zu können. „Aktuell wird mit einem Abschluss des Verfahrens Anfang 2026 gerechnet“, heißt es. Wien Holding Wien Holding Arena AI Gigafactory Vienna Wie schon mehrfach berichtet, ist Wien mit Unterstützung des Bundes als einer der fünf von der EU geplanten Standorten eines riesigen KI-Rechenzentrums im Rennen. Sollte Wien den Zuschlag nicht erhalten, werden „wir trotzdem ein Rechenzentrum bauen, vielleicht wird es dann kleiner“, hieß es heuer von Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ). Zentrum für Digitalen Humanismus Wien will, das ist bekannt, internationales Zentrum für digitalen Humanismus sein. Dafür soll ein richtiges Zentrum errichtet werden. Gespräche dazu sollen stattfinden. Ziel sei es, „interdisziplinäre und grundlagenorientierte Werteforschung mit Digitalisierung zu verknüpfen und so unterschiedliche Akteurinnen und Akteure zu vernetzen und sichtbar zu machen“. Es handle sich um eine Kooperation mit anderen Gebietskörperschaften, Institutionen und Personen aus der Zivilgesellschaft. Konkrete Details wurden im vergangenen Jahr noch nicht kommuniziert. kurier/Tobias Steinmaurer Kaufhaus Lamarr Kaufhaus Lamarr Aufbau, Abriss, Wiederaufbau. Das alles hat das Kaufhaus Lamarr auf der Mariahilfer Straße schon hinter sich. Nachdem die insolvente Signa-Gruppe das Gebäude an Immobilieninvestor Georg Stumpf verkauft hat, hat Letzterer mit dem Teilabriss und dem Neubau des Gebäudes begonnen. Im Frühjahr 2028 soll Eröffnung gefeiert werden. Musical-Theater im Prater Ab Ende November 2027 soll es in Wien ein neues Musical-Theater geben. Das Gebäude, das in der nordöstlichen Ecke des Wurstelpraters entsteht, wird den Namen „Theater im Prater“ tragen. Der Betreiber ATG verspricht, dass dort große Produktionen auf West-End-Niveau aufgeführt werden sollen. 1.800 Gäste sollen Platz finden. AITHYRA Vor zwei Jahren hat Wien den Zuschlag für ein Institut für Künstliche Intelligenz und Biomedizin erhalten – genannt AITHYRA. Die Forschung dort soll die Entwicklung bahnbrechender Therapien, wie es heißt, etwa im Bereich der Krebserkrankungen, beschleunigen. Das Institut wurde von der Boehringer Ingelheim Stiftung mit 150 Millionen Euro gefördert. Seit Februar 2025 ist AITHYRA in der Marxbox im Vienna BioCenter angesiedelt, bis 2029 soll es aber in das neue Life Sciences Center in Neu Marx einziehen. Dabei handelt es sich um ein neues Gebäude mit einer Fläche von 14.000 Quadratmetern, das von der Wirtschaftsagentur Wien entwickelt wird.