Skisprung-Cheftrainer Widhölzl: „Irgendwann muss man streng sein“

Die Plätze zwei ( Jan Hörl ) und drei ( Stephan Embacher ) in der Tournee-Gesamtwertung, drei verschiedene ÖSV-Springer bei den Tagesspringen am Podium – das ist die Bilanz vor dem Bergiselspringen. Cheftrainer Andreas Widhölzl über ... ... sein Zwischenfazit: "Ich bin sehr zufrieden, wie sich alles entwickelt hat. Mannschaftlich sind wir gut unterwegs, es ist auch das Ziel, dass wir das stärkste Team stellen. Das haben wir uns über die letzten Jahre erarbeitet, in denen wir immer stärker und stärker geworden sind. Und wenn der Domen Prevc nicht wäre, dann wären wir jetzt auf den Plätzen eins und zwei." ... die Entwicklung von Stephan Embacher: "Er nimmt alles recht locker und ist gerade ziemlich unbeeindruckt. Weil er weiß, was er zu tun hat. Grundsätzlich bringt er extrem viel Talent mit. Und so nebenbei hat er es auch faustdick hinter den Ohren. Er kann im positiven Sinne ein Strizzi sein – dieses junge Blut tut unserer Mannschaft definitiv gut." ... den Absturz von Stefan Kraft in Garmisch: "Interessanterweise schwingt bei ihm in Garmisch immer was mit. Die Tournee ist für ihn abgeschlossen, jetzt sollte er wieder befreiter agieren." ... Dominator Prevc: "Der ist im Moment sehr dominant und in einem Flow. Wenn Prevc so weiterspringt und ihm nichts dazwischen kommt, wird er die Tournee wohl gewinnen. Natürlich versuchen wir, ihn so gut es geht zu ärgern, damit er vielleicht doch noch ein bisschen unter Strom gerät. Irgendwann wird er auch einmal einen Patzer machen. Grundsätzlich schauen wir aber mehr auf uns." ... die Chance von Domen Prevc auf vier Tagessiege: "So ein Grand-Slam muss passieren. Bei meinem Tourneesieg war damals der Grand-Slam schon nach Oberstdorf kein Thema mehr. Die drei Springen danach hätte ich dann eh alle gewonnen. Die Tournee an sich zu gewinnen ist schon schwer genug." ... die strengeren Materialkontrollen: "Ich befürworte das. Es sind ganz klare Regeln da und wenn etwas nicht passt, dann gibt es Konsequenzen. Nur so bringt man wieder eine Ruhe ins Skispringen. Irgendwann muss man auch streng sein, sonst geht das Ganze immer so weiter. Wenn man das larifari macht, dann beginnt jeder sofort wieder mit dem Experimentieren an." ... den Slowenen Timi Zajc, der in Oberstdorf und in Garmisch mit einem fehlerhaften Anzug aus dem Verkehr gezogen wurde: "Wenn mir das ein zweites Mal passiert, dann ziehe ich den Kopf ein und bin weg von der Schanze. Seine Postings, die er danach im Internet gemacht hat, waren nicht wirklich schlau. Und irgendwann werden sich die Springer daran halten, weil die wollen ja alle Wettkämpfe bestreiten. Skispringen ist deren Beruf, die wollen ja auch Geld damit verdienen."