Das Sportjahr 2026 verspricht große Bilder, starke Emotionen und Ereignisse, die man nicht verpassen will. Gleichzeitig wird es eines, das wieder einmal zeigt: Sportliche Faszination und kritische Fragen schließen einander nicht aus. Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina liegen geografisch nahe, organisatorisch aber überraschend weit auseinander. Vier sogenannte „Cluster“ und teils äußerst lange oder komplizierte Anfahrtswege fordern nicht nur die Verbände und berichtende Medien, sondern auch Fans, die sich zurecht freuen, dass nach 20 Jahren – nach Kanada, Russland, Korea und China – endlich wieder in Europa um Olympische Winter-Medaillen gekämpft wird. Und doch: Wenn auf legendären Pisten um Medaillen gefahren wird, rückt anfängliches Organisationschaos schnell in den Hintergrund. Euphorie und Kritik Um einiges kritischer ist der Blick auf die Fußball-WM im Sommer in Nordamerika. Politisch umstritten, ökologisch fragwürdig und enorme Distanzen zwischen den Spielorten – Kritikpunkte gibt es viele. Dennoch sorgt die Rückkehr Österreichs auf die WM-Bühne nach 28 Jahren für Euphorie. Spiele gegen große Namen, in großen Stadien und vor globalem Publikum schaffen WM-Atmosphäre, obwohl sie nicht frei von Widersprüchen sind. Im neuen Sportjahr stehen also Megaevents an, die auch Kritik und fragwürdige Hintergründe mitbringen. Für Sportinteressierte wird es ein spannendes Jahr. Für uns Medien machen auch diese Reibungspunkte, Debatten und offenen Fragen das neue Jahr interessant. Am Ende freuen wir uns auf spektakuläre und emotionale Sportmomente. Und wenn sie auf politischer oder gesellschaftlicher Ebene für Bewusstsein oder gar Verbesserung sorgen – umso besser. Vielleicht fängt der mächtige globale Sport ja 2026 an, seine Macht zu nutzen, um für Veränderung zu sorgen. Man wird ja wohl noch hoffen dürfen.