Donald Trump , der "Friedenspräsident", wie er sich selbst nennt, hat in der Nacht auf Samstag einen Angriff auf Venezuela angeordnet. Die Hauptstadt Caracas wurde bombardiert, US-Spezialeinheiten nahmen den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro gefangenen und brachten ihn außer Landes, das bestätigte inzwischen auch der US-Präsident selbst - mehr dazu lesen Sie hier. Genauere Details sind bis dato noch nicht bekannt, die ersten Reaktionen fallen entlang der Bündnis-Verhältnisse gemischt aus. Während man in der EU zu Zurückhaltung aufrief, ohne die USA konkret zu kritisieren, sprach etwa der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel von "Staatsterror". Auch innerhalb der USA, und selbst in der Republikanischen Partei Trumps, wird das Vorgehen des US-Präsidenten massiv kritisiert. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat nach einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio zur Zurückhaltung aufgerufen. "Die EU hat wiederholt erklärt, dass Herrn Maduro die Legitimität fehlt und sich für einen friedlichen Übergang ausgesprochen", schrieb sie auf der Plattform X und betonte: "Unter allen Umständen müssen die Grundsätze des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden. Wir rufen zur Zurückhaltung auf", fügte sie hinzu, ohne die USA direkt zu kritisieren. Kritik von Russland, Kuba, Iran Deutlicher wurde da, wenig überraschend, Russland. Das Vorgehen sei "zutiefst beunruhigend und verwerflich", erklärte das russische Außenministerium in Moskau am Samstag. Es gebe keine Rechtfertigung für diese "bewaffnete Aggression". Venezuela ist seit Jahrzehnten ein enger Verbündeter Russlands. Allerdings hatte Moskau zuletzt keine Unterstützung mehr im Falle eines US-Angriffes zugesichert. "Staatsterror" Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel sprach von einem "kriminellen US-Angriff" auf das verbündete südamerikanische Land. "Unsere Friedenszone wird gerade brutal angegriffen", schrieb der Präsident des sozialistisch reagierten Karibikstaates auf X. Díaz-Canel sprach von "Staatsterror gegen das mutige venezolanische Volk und gegen unser Amerika". Auch der Iran verurteilte die US-Militäraktion. Es handle sich um eine "eklatante Verletzung seiner nationalen Souveränität und territorialen Integrität", teilte das iranische Außenministerium mit. "Vom Weltpolizisten zum Weltmobber" Trumps Vorgehen stieß am Samstag auch in den USA selbst auf Kritik - nicht nur von den oppositionellen Demokraten. Auch ein Parteifreund von US-Präsident Donald Trump, der republikanische Senator Mike Lee von Utah, meldete Zweifel an: "Ich bin gespannt darauf zu erfahren, was – falls überhaupt etwas – diese Handlung verfassungsrechtlich rechtfertigen könnte, angesichts des Fehlens einer Kriegserklärung oder einer Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt." Der demokratische Senator von Arizona, Ruben Gallego schrieb im Kurznachrichtendienst X: "Dieser Krieg ist illegal. Es ist beschämend, dass wir uns vom Weltpolizisten zum Weltmobber entwickelt haben. Es gibt keinen Grund, warum wir mit Venezuela im Krieg sein sollten". Neben Zweifeln an der Vereinbarkeit des Vorgehens mit der US-Verfassung dürfte auch das Fehlen einer völkerrechtlichen Grundlage Anlass zur Sorge geben. Schon die US-Angriffe auf angebliche Boote von Drogenschmugglern in der Karibik in den vergangenen Monaten wurden von Rechtsexperten als Verstoß gegen internationales Recht bezeichnet.