Warum räumt Trump Venezuelas Präsidenten zur Seite? weil er es kann....

Vergessen wir mal das internationale Völkerrecht. Das hatte schon keine Handhabe gegen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine; und auch nicht gegen das unverhältnismäßige Vorgehen Israels im Gazastreifen, wo unter anderem monatelang alle Hilfslieferungen blockiert worden waren. Ebenso hilflos kann das Völkerrecht jetzt nur mitschreiben, wie sehr die USA es nun wieder einmal über den Haufen werfen. Das sehen und kritisieren sogar republikanische Abgeordnete aus US-Präsident Donald Trumps Umfeld – immerhin hat das US-Parlament mitsamt seiner republikanischen Mehrheit Trump und dessen militärische Falken in den vergangenen Monaten mehrmals daran gehindert, ohne Erlaubnis des Kongresses gegen Venezuela loszuschlagen. Eine Genehmigung gab es auch dieses Mal nicht, was Trump aber nicht daran hinderte, sein eigenes, persönliches Grünes Licht für einen Angriff zu geben, wie ihn die Vereinigten Staaten schon seit dem Irak-Krieg vor mehr als 20 Jahren nicht mehr gewagt haben. US-Armada in der Karibik Dass Trump und sein Kriegsminister Pete Hegseth die größte amerikanische Armada in der Karibik seit der Kubakrise (1962) nicht zum Spaß haben auffahren lassen, war zu erwarten. Dass Kriegsschiffe mutmaßliche Drogenboote abschießen, ist unfassbar – man stelle sich nur einmal vor, das würde China machen –, doch die Empörung der Welt hielt sich verhältnismäßig in Grenzen. Aber ein Land bombardieren, den – zugegebenermaßen illegitimen – Präsidenten und Diktator – verschleppen und so ein Regime stürzen? Das ist auch für die USA eine gewagte, riskante, schreckliche, abzulehnende und völkerrechtswidrige Aggression. Dass Trump und Co. dabei an das Wohlergehen der Bevölkerung Venezuelas denken, darf bezweifelt werden. Man kann nur hoffen, dass es in den USA einen Plan gibt, wie das Land vor einem Bürgerkrieg zwischen Maduro-Anhängern und Opposition bewahrt werden kann. Und dass es dem Weißen Haus um mehr geht als um freien Zugang zu Venezuelas Ölreserven und sonstigen Bodenschätzen. Maduro vor Gericht in den USA Nur zur Erinnerung: Das Fentanyl, das so viele Amerikaner tötet, kommt nicht über Venezuela, sondern überwiegend von China via Mexiko in die USA. Den verschleppten Nicolás Maduro, dem die USA vorwerfen, er leite einen Kokain-Ring, nun wegen Drogenhandels vor Gericht zu stellen, mag eine gewisse Berechtigung haben. via REUTERS/HANDOUT Der in die USA ausgeflogene Nicolas Maduro wird in den USA vor Gericht gestellt. Anklage wurde bereits 2020 erhoben. Aber nach dieser Logik müsste Trump auch Mexikos Staatschefin Claudia Sheinbaum anklagen, möglicherweise sogar Chinas Präsidenten Xi Jinping. Tatsache ist: Was die zur geopolitischen Präpotenz aufgeblähte Trump-Administration da abliefert, ist ein Beweis dafür, dass sie derzeit tun kann, was sie will. Kein Land, kein China und kein Russland, wird sich ihr entgegenstellen, solange nicht dessen ureigensten Interessen berührt sind.