Trump attackiert Venezuela und stürzt Machthaber Maduro

Von Tobias Käufer aus Südamerika In den dunklen Nachstunden von Caracas heulten die Sirenen auf, dann folgte ein Einsatz der US-Luftwaffe. Und US-Präsident Donald Trump verkündete: „Die Vereinigten Staaten von Amerika haben erfolgreich einen groß angelegten Angriff auf Venezuela und dessen Staatschef Nicolás Maduro durchgeführt, der zusammen mit seiner Frau festgenommen und außer Landes gebracht wurde.“ Bei einer Pressekonferenz wenige Stunden später lobte Trump den Einsatz als einen „der spektakulärsten Angriffe und der wirkungsvollsten und eindrucksvollsten Demonstrationen amerikanischer Militärmacht in der Geschichte“, bei dem „kein US-Bürger zu Schaden“ gekommen sei. Trump schweifte immer wieder ab, sprach über den Kampf gegen Drogen und Verbrechen in einzelnen US-Städten, die Kriminalitätsrate, die durch den Einsatz der Nationalgarde zurückgegangen sei – was Statistiken widerlegen. Maduro bezeichnete er immer wieder als Diktator und Drogenboss , der „schlimme Monster“ in den Gefängnissen gezüchtet und in die USA geschickt habe – doch eine Aussage sorgte besonders für Aufsehen: „Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und umsichtigen Machtwechsel gewährleisten können“, sagte Trump. Einzelheiten nannte er nicht. Er versprach lediglich, Venezuela „reich, unabhängig und sicher“ zu machen. Maduro soll nun vor ein amerikanisches Bundesgericht gestellt werden. Vorwurf: Er sei der Kopf des Drogenkartells „Soles“, das Drogen in die USA geschmuggelt haben soll. Die US-amerikanische Drogenfahndung DEA muss das nun beweisen. Menschenrechtsverletzungen Anders als die Vorwürfe des Drogenhandels sind die schweren Menschenrechtsverletzungen des linksextremen Maduro-Regimes in unzähligen Berichten eindeutig dokumentiert. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hatte deshalb schon Ermittlungen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufgenommen, musste sein Büro in Caracas aber jüngst schließen. UN-Berichterstatter hatten vor wenigen Tagen über außergerichtliche Hinrichtungen des venezolanischen Militärs berichtet. via REUTERS / @realDonaldTrump Ein von Trump veröffentlichtes Foto vom festgenommenen Maduro. Zuletzt fehlte Maduro die internationale Anerkennung seines selbst erklärten umstrittenen Wahlsieges aus dem Juli 2024. Unabhängige Wahlbeobachter hatten erhebliche Zweifel daran geäußert. Die Opposition konnte nach eigenen Angaben einwandfrei belegen, dass Oppositionskandidat Edmundo Gonzalez die Wahlen gewann. Das Maduro-Regime weigerte sich bis heute, die Wahlakten unabhängigen Untersuchungskommissionen zugänglich zu machen. Aus dem Umfeld von US-Außenminister Marco Rubio hieß es, dass erst einmal keine weiteren Militärschläge mehr geplant seien. USA hatten wohl Helfer Venezuela ist damit erst einmal führungslos . Vizepräsidentin Delcy Rodriguez forderte von den USA einen Beweis dafür, dass Maduro noch lebt. US-Präsident Trump nannte die Operation, die zur Verhaftung Maduros führte, „brillant“. Offenbar diente der vorangegangene Militärschlag dazu, die Aktion aus der Luft abzusichern. Ausgeführt haben die Verschleppung von Maduro und dessen Frau Eliteeinheiten der Delta Force der US-Armee – diese waren auch bei der Operation zum Einsatz gekommen, bei der einst Osama bin Laden getötet worden war. Dass die Amerikaner praktisch ungestört und ohne Gegenwehr in den venezolanischen Luftraum eindringen und zum Aufenthaltsort Maduros vordringen konnten, deutet darauf hin, dass die US-Militärs Helfer im venezolanischen Verteidigungsministerium und im unmittelbaren Umfeld Maduros gehabt haben müssen. Der wurde bisher auch von Experten des kubanischen Geheimdienstes geschützt. Die Lecks in Venezuelas Machtapparat stärken die Theorie, dass die Amerikaner schon seit Längerem hinter dem Rücken Maduros mit dessen engsten Zirkel verhandelt haben könnten. Trump hatte Maduro in der Vergangenheit mehrfach aufgefordert, von seinem Amt zurückzutreten. Das hatte Venezuelas Machthaber stets als „lächerlich“ abgetan. Ob das Regime von Nicolás Maduro nun tatsächlich entmachtet ist, ist derzeit noch schwer abschätzbar. Die Situation in dem südamerikanischen Land bleibt unberechenbar . Venezuela ist Rückzugsgebiet der kampferprobten kolumbianischen Guerillabanden , die den Sozialisten ihre Loyalität versichert haben. Zudem verfügt der Machtapparat über paramilitärische Banden, die in der Vergangenheit Aufstände niedergeprügelt und niedergeschossen haben. Diese Banden als auch die mit Maduro eng verbandelten Militärs haben bei einem Machtwechsel viel zu verlieren. Eine potenzielle Nachfolgerin steht auch schon in Startlöchern: Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado , die in den letzten Wochen stets betonte, dass Maduros Tage an der Macht gezählt seien, würde laut Umfragen Neuwahlen klar und deutlich gewinnen. Laut US-Generalstaatsanwältin Pam Bondi wurden Maduro und First Lady Cilia Flores in New York angeklagt – die Vorwürfe: Verschwörung zum Drogenhandel, Terrorismus, Besitz von Maschinengewehren.