Brand in Crans-Montana: Mehr als die Hälfte der Toten identifiziert

Nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana sind 16 weitere Todesopfer identifiziert worden. Es handelt sich um vier Schweizerinnen, sechs Schweizer, zwei Italiener sowie je einen italienisch-emiratischen, rumänischen, französischen und türkischen Staatsangehörigen. Sie sind zwischen 14 und 39 Jahre alt, teilte die Walliser Kantonspolizei am Sonntag mit. Für Freitag wurde ein nationaler Trauertag angesetzt. Laut aktuellem Ermittlungsstand sind bei dem Großfeuer in einer Bar in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen . Bisher wurden 24 von ihnen identifiziert . Bei den weiteren Identifizierten handelt es sich um vier Schweizerinnen und vier Schweizer im Alter zwischen 16 und 24 Jahren. 119 Personen erlitten überwiegend schwere Brandverletzungen. Gegen die Betreiber des Lokals wurden Ermittlungen eingeleitet. Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen. Den Ermittlern zufolge wurde die Feuersbrunst offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Champagnerflaschen angebracht waren und zu nahe an die Zimmerdecke gehalten wurden. Schweiz trauert am Freitag Der Bund plant mit den Kirchen des Landes für Freitag (9. Jänner) einen nationalen Trauertag. Das gab der Schweizer Präsident Guy Parmelin in einem Interview mit dem "SonntagsBlick" bekannt. Als ein weiteres Zeichen der nationalen Verbundenheit sollen laut Parmelin am Freitag um 14.00 Uhr in der ganzen Schweiz die Kirchenglocken läuten. Zudem sei zu diesem Zeitpunkt eine Schweigeminute vorgesehen, sagte das Staatsoberhaupt in dem am Sonntag veröffentlichten Interview. "In diesem Moment der Einkehr können alle Menschen in der Schweiz persönlich der Opfer der Katastrophe gedenken", sagte er. Die Schweigeminute und das Läuten der Kirchenglocken sollen gleichzeitig mit Beginn der Trauerfeier in Crans-Montana erfolgen. Am 9. Jänner ist in der Walliser Gemeinde eine offizielle Gedenkzeremonie für die Opfer, ihre Angehörigen und die breitere Öffentlichkeit vorgesehen, schrieb die Gemeinde auf ihrer Webseite. Trauer auch um drei italienische Burschen (16) Bei den ersten drei italienischen Todesopfern, die offiziell identifiziert worden sind, handelt sich um 16-jährige Burschen, bestätigte Italiens Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado. Zudem teilte der Präsident der Region Lombardei, Attilio Fontana, mit, dass auch eine 16-jährige Mailänderin ums Leben gekommen ist. Eine offizielle Identifizierung steht in diesem Fall noch aus. Die Zahl der verletzten Italiener stieg von 13 auf 14. Neun von ihnen wurden bereits nach Italien ausgeflogen und werden im Mailänder Krankenhaus Niguarda behandelt. Die 119 Verletzten konnten mit wenigen Ausnahmen formell identifiziert werden. Darunter sind 71 Schweizerinnen und Schweizer, 14 französische und elf italienische Staatsangehörige. Die meisten Patientinnen und Patienten befinden sich mit schweren Brandverletzungen in kritischem Zustand.