Wie lange er noch weitermacht? „Mir geht’s nur um eines, die Firma muss funktionieren“, sagt Peter Augendopler , Gründer des Backmittelherstellers Backaldrin, der am vergangenen Dienstag seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Nach wie vor ist Augendopler, der mit seinen Eltern vor 61 Jahren in Wien mit einer kleinen Firma gestartet hat, sechs Tage pro Woche im Unternehmen. Das ist seither kräftig gewachsen – auf rund 1000 Mitarbeiter und fast eine Viertelmilliarde Euro Umsatz. 360 Mitarbeiter sind am 1968 gegründeten Standort Asten beschäftigt. Die Backmischungen werden in 129 Ländern verwendet – bekanntestes Produkt ist das Salzgebäck, das Augendopler seinen Spitznamen verliehen hat: „Mr. Kornspitz.“ Seine Kinder Peter jun. und Regina sind längst in der Firma tätig – das letzte Wort hat aber noch der Vater. „Ich weiß genau, wann es bei mir passt zu gehen“, sagt Augendopler. Jahrzehntelang hat er unermüdlich ein Imperium aufgebaut, das in der Branche zum Inbegriff für Backkultur geworden ist. Unzählige Kunden hat er selbst besucht – 140.000 Kilometer pro Jahr mit dem Auto waren normal. Die Frage nach Hobbys beantwortet er kurz: „Die Firma“ – plus das von ihm gegründete Brotmuseum „Paneum“. Den Privatmenschen Augendopler gebe es nicht. Im längeren Gespräch zeigt sich, dass der Jubilar sehr wohl Interessen hat – Kunst, Geschichte und Politik –, aber eben nur, wenn Zeit ist. Und die ist meist nicht da. „Mr. Kornspitz“ ist jeden Tag ganz früh im Büro – die meisten würden noch Nacht sagen.