Sieben Objekte wurden in Wien im Jahr 2025 unter Denkmalschutz gestellt. Das hat das Bundesdenkmalamt Wien zu Beginn des neuen Jahres bilanziert. Die Bandbreite ist enorm, wie der ORF zuerst berichtet hat. Und nicht immer freuen sich die Eigentümer der unter Schutz gestellten Bauten – weil viele Fragen zu möglichen Umbauten und anderen Änderungen auftauchen. Ganz anders war es bei der Weinbergkirche in der Börnergasse in Döbling. „Der Prozess zur Erhebung der Weinbergkirche als denkmalgeschütztes Gebäude verlief aus unserer Sicht sehr positiv“, blickt Pfarrer Matthias Eikenberg zufrieden zurück. Zwar habe man bei der Kontaktaufnahme des Bundesdenkmalamtes „erst mal Bauchweh gehabt, weil man ja gerüchteweise wenig Gutes von solchen Erhebungen hört“, fügt der Pfarrer an, die Pfarre sei dann aber „geradezu positiv überrascht“ über den Prozess gewesen: „Das Gutachten des Bundesdenkmalamtes ist wie ein Liebesbrief für unsere Kirche. Der Gutachter war bestens informiert und sehr von dem Gebäude, aber auch von unseren bisherigen Bemühungen der Erhaltung begeistert.“ Archiv der Pfarrgemeinde Die Weinbergkirche in Döbling. Die 2024 durchgeführte thermische Sanierung sei aus Sicht des Gutachters „sehr vorbildlich“ gewesen, die Planung einer PV-Anlage am Kirchendach, die mittlerweile installiert ist, „war aus seiner Sicht ebenfalls kein Problem“, betont Eikenberg, dessen Kirche im Laufe des Jahres nach Installierung einer Wärmepumpe nahezu energieautark sein werde. Worüber sich der Gottesmann auch freut: Dass die weltliche Institution, also das Bundesdenkmalamt, zwar keine großen, aber zumindest kleine Beträge zum substanziellen Erhalt der Kirche beisteuern könnte. Die Kirche wurde übrigens 1980 und 1981 nach Plänen der Architekten Alexander Marchart und Roland Moebius errichtet. Keine Ecken und Kanten Etwas bekannter ist der Architekt des nun auch unter Denkmalschutz stehenden ganz besonderen Wiener Gemeindebaus: Dabei handelt es sich um Friedensreich Hundertwasser. Das „Hundertwasserhaus“ an der Ecke Kegelgasse/Löwengasse im dritten Wiener Gemeindebezirk gilt seit seiner Entstehung als „schönstes Wohnhaus von Wien“. Kurier/Gilbert Novy Es wurde in den Jahren 1983 bis 1985 errichtet. Das Hundertwasserhaus enthält 50 Wohnungen, die Übergabe des Hauses an die Mieter erfolgte im Februar 1986, als vor jetzt genau 40 Jahren. „Hundertwasser hat mit diesem Projekt bewiesen, dass eine natur- und menschengerechtere Architektur im Rahmen der normalen Bauzeit, im finanziellen Rahmen eines öffentlich finanzierten Bauprojektes und im Rahmen der geltenden Bauordnung ohne Sondergenehmigungen möglich ist“, wird auf der Website des Hauses die Vorreiterrolle der Architektur Hundertwassers hervorgestrichen. Große Kaserne, kleiner Kiosk Nicht ganz so schillernd – und von der dahinter liegenden, ebenfalls denkmalgeschützten Roßauer Kaserne fast verschluckt – ist die ehemalige Trafik an einer Ecke des Schlickplatzes. Der Jugendstil-Kiosk wurde in stilistischer Anlehnung an die Roßauer Kaserne zwischen 1904 und 1908 errichtet. Das Gebäude steht zwar seit Jahren leer, wurde aber mit der „Unterschutzstellung“ nur jedenfalls vor einem Abriss bewahrt. Josef Kleinrath Trafik am Schlickplatz, dahinter die Roßauer Kaserne. Gebäude und Technik Laut einem Bericht von Radio Wien wurde auch eine Doppelvillenanlage auf der Hohen Warte in Döbling von Architekt Hoffmann für die beiden bekannten Maler des Wiener Secessionismus, Koloman Moser und Carl Moll, unter Denkmalschutz gestellt. Das Haus in der Steinfeldgasse sollte der Anfang einer Künstlerkolonie werden. In Margareten erfährt ein ehemaliges Gasthaus den besonderen Schutz des Bundesdenkmalamtes: Das Gasthaus „Zur Goldenen Glocke“ in der Schönbrunner Straße steht jetzt unter Denkmalschutz, ebenso ein Bürgerhaus in der Wasagasse 19 in Alsergrund. Auch technische Bauwerke werden unter Denkmalschutz gestellt. 2025 etwa ein Verladekran am Handelskai – als letztes Monument einer historischen Hafenanlage, wie das Bundesdenkmalamt erklärt: „Der Verladekran ist am Wiener Handelskai an der Kaimauer das letzte Dokument der Verladeeinrichtungen des Wiener Stromhafens, vermutlich vom Anfang des 20. Jahrhunderts.“