Wahlkampfauftakt: Stadlers Kampf um die letzte rote Bastion startet

Es ist nicht nur ein Kampf gegen die Kälte, der da am Mittwochabend am Herrenplatz in St. Pölten mit Tee, Glühwein und bluesigen Klängen der Band „The Ridin“ Dudes“ geführt wird. Es ist vor allem ein Kampf der Sozialdemokratie, um eine ihrer letzten großen Bastionen in Österreich zu halten. Er soll es – wieder einmal – richten: Matthias Stadler , bald 60 Jahre alt und seit 2004 Bürgermeister der nö. Landeshauptstadt. Durchgehend ausgerüstet mit einer absoluten Mehrheit, soll diese bei der Gemeinderatswahl am 25. Jänner zum wiederholten Mal verteidigt werden. "Stimmung ist nicht gut" Wird er es wieder schaffen? Es könnte knapp werden, meinen manche Polit-Beobachter, obwohl die Sozialdemokraten bei der letzten Wahl mit 56 Prozent der Stimmen als deutlicher Sieger hervorgingen. Die Stimmung in der Bevölkerung sei nicht recht gut, ist von so manchem Roten dieser Tage zu hören. Das liege aber nicht an Stadler und seinem Team, sondern an der Performance der SPÖ auf Bundesebene. Angriffe auf die ÖVP Von Babler und Co. war vermutlich auch deshalb beim eiskalten Wahlkampfauftakt im Herzen der Hauptstadt nichts zu sehen. Dafür schauten regionale Größen vorbei, um Stadler zu unterstützen: SPÖ-Landeschef Sven Hergovich etwa, der sich im KURIER-Gespräch „zuversichtlich“ zeigt, dass die Absolute in St. Pölten gehalten werden könne. Oder Eva Prischl , die rote Landesrätin, die von Stadler stark gefördert wurde. Der Bürgermeister und Spitzenkandidat zeigt sich am Mittwoch jedenfalls kämpferisch, malte das Bild einer schwarz-blauen Koalition in St. Pölten in den Abendhimmel, die es unbedingt zu verhindern gelte. Und Stadler ließ keine Seitenhiebe aus, etwa gegen die ÖVP, die das Wachstum bremsen wolle. Johannes Weichhart Rote Granden aus NÖ unterstützen Stadler. „Wer sich vor einem Prozent Wachstum fürchtet, der ist nicht dazu prädestiniert, Bürgermeister zu werden. Wachstum ist keine Schande“, sagte er in Richtung ÖVP-Spitzenkandidaten Florian Krumböck . Wahlversprechen Südsee Auch an Wahlversprechen fehlte es nicht. Der Südsee, also ein neuer Badesee im Süden der Stadt, werde kommen, so Stadler. Diese Vision versprach der Stadtchef bereits im Wahlkampf im Jahr 2020; in den kommenden fünf Jahren soll es ihn aber tatsächlich geben. Er sei zudem „krisenfest“, verwies der Politiker zum Beispiel auf das Hochwasser 2024. Ob er auch eine politische Krise meistern muss, wird sich am 25. Jänner zeigen.