Wenn in einer Schule am Abend Betrieb ist, vor allem in den Ferien, dann wird meistens etwas gefeiert: So auch Anfang der Woche in der Gänserndorf BHAS-BHAK . Dorthin hatte die Stadt-ÖVP zum Neujahrsempfang geladen. Die Aula war voll, als René Lobner , seit elf Jahren Bürgermeister der Stadt Gänserndorf , einen Rückblick auf seine Zeit als Stadtchef gab. "Seitdem hat sich viel getan", sprach er das gedrosselte Wachstum an, das wichtig war, um die Infrastruktur in der Stadt sowie im Ortsteil Gänserndorf-Süd zu stärken. So sind in "Süd" Kindergarten und Hort sowie ein Nahversorger entstanden. "Wir haben uns entschieden, auf Qualität statt Quantität zu setzen", so Lobner. Das Regionalbad, ein "wahnsinniges" Projekt All diese Ideen und Visionen wurden nur deswegen realisiert, weil Lobner ein sehr gutes Team um sich habe, für welches er sehr dankbar sei. Eine solche Vision war das Gänserndorfer Regionalbad. Mit Blick auf die enormen Kosten des Projekts meinte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner damals, dass Lobner "ein Wahnsinniger sei". "Du hattest recht", richtete sich der Bürgermeister an die Landeschefin. Doch das Regionalbad, an dem sich umliegende Gemeinden im Marchfeld beteiligt haben, sei den Einsatz und das Geld wert, wie Lobner betonte. Genau diese Kooperation der Kommunen werde in der Zukunft noch wichtiger, ist Lobner überzeugt, dass Projekte mit Blick über die Gemeindegrenzen hinaus verwirklicht werden können. Baubeginn bei Marktplatzprojekt Dass ein langer Atem im politischen Alltag wichtig sei, zeige das Marktplatzprojekt . Das wurde vor neun Jahren initiiert, 2026 werde mit dem Bau begonnen. "Es lohnt sich, an Dinge zu glauben und nicht einzuknicken", betonte Lobner. Da dachte er auch an das DCC Gänserndorf , das IT-Kolleg für digitale Zukunftsberufe. Wie berichtet, wird das Bildungsangebot im September 2026 im Gebäude der BHAS-BHAK starten. "Ein Meilenstein für unsere Region", meint der Bürgermeister. Dem kann Christoph Jank , Direktor der Handelsakademie und des IT-Kollegs, nur zustimmen. "Das Ministerium hat sich ein bissl Zeit gelassen", denkt er an den holprigen Weg, bis die Schule gegründet werden konnte. IT-Kolleg in Gänserndorf braucht Schüler "Danke an den Turbo aus Niederösterreich, sonst wär's nicht gegangen", blickte er zu Mikl-Leitner und Lobner. Das Angebot des "Digital Competence Centers" sei sehr spannend. "Die Schule ist hergerichtet, wir haben Lehrende, jetzt brauchen wir noch Lernende", gab er den Besuchern des Neujahrsempfangs die Hausaufgabe, Werbung für das Kolleg zu machen auf. Jugendgemeinderätin Melanie Binder berichtete vom " Party Jet ", der die Jugendlichen sicher zu ausgewählten Partys bringt und wieder abholt. "Es wird gut angenommen. Wir sind dankbar, dass es diesen Bus gibt", schildert Binder. Der Party Jet ist ein weiteres Projekt, das drei Gemeinden gemeinsam auf die Beine stellten. Mitfahren dürfe jeder, der gern Party macht. S8 ist auch 2026 Thema im Marchfeld Stadtrat Max Beck , der durch den offiziellen Teil des Abends führte, holte zudem Lukas Zehetbauer auf die Bühne. Der Raasdorfer Bürgermeister ist Obmann des Vereins " Ja zur S8 ". Ziel der Vereinigung: Die Verkehrsproblematik rund um die geplante Marchfeld Schnellstraße ins Bewusstsein der Menschen bringen. Ein Highlight war im Vorjahr, dass Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) versicherte, an einer Verkehrslösung zu arbeiten. Das sei wichtig, denn: "Es sind unhaltbare Zustände in den Ortszentren", sprach Zehetbauer von 18.000 Fahrzeugen, die täglich durch Raasdorf fahren. Etwa 3.000 davon seien Lastwagen. "Es lohnt sich, an Dinge zu glauben und nicht einzuknicken." René Lobner / Bürgermeister "Die Chefin" sprach zum Schluss zu den Gästen des Neujahrsempfangs. Mikl-Leitner versicherte, dass Niederösterreich in herausfordernden Zeiten mit Krieg und Krisen einen Weg der Klarheit und Orientierung mit Blick auf das Wesentliche gehen werde. Etwa bei der Kinderbetreuungsoffensive. Nur so würden junge Familien, die die Zukunft seien, in den Gemeinden bleiben. Die einzig wichtige Frage Der Gesundheitsplan kam ebenso zur Sprache, wie das umstrittene Thema der Gastpatienten. "Da geh ich bis zur Klage", versicherte die Landeshauptfrau. Es könne nicht sein, dass niederösterreichische Landsleute in Wiener Spitälern nicht behandelt werden. "Wir in Niederösterreich fragen nicht: Wo sind Sie gemeldet? Sondern: Was fehlt Ihnen?" Die S8 griff Mikl-Leitner ebenfalls auf. "Wir werden lästig sein, bis die Region so angebunden ist, wie sie es verdient hat", versicherte sie. Zum "Hotspot der Bahntechnologie" solle sich das ehemalige Gelände der Zuckerfabrik in Leopoldsdorf entwickeln. An dieser "ganz großen Vision" arbeite sie mit Landtagsabgeordnetem Lobner bereits seit zwei Jahren, denn: "Bahntechnologie hat Zukunft." Gänserndorf als Vorreiter bei Windenergie Lobende Worte fand sie außerdem, was den Energiesektor betrifft. Da sei Gänserndorf ganz klar Vorreiter: "Ohne diesen Bezirk wäre Niederösterreich nicht die Ökostromlokomotive, die wir heute sind." Wer wollte, konnte danach noch Fotos mit der Landeshauptfrau schießen oder sich schon dem geselligen Teil bei einem Gläschen Frizzante, Wein, Bier und einem Imbiss widmen.