"The Lowdown" auf Disney+: Hartnäckig im Südstaatensumpf

Der Journalismus hat es heutzutage eh schwer. Und wenn man die Serie „The Lowdown“ auf Disney+ gesehen hat, dann will man eher nicht mehr Investigativreporter werden. Denn nicht jeder ist so leidensbereit wie Lee Raybon (Ethan Hawke), der sich mit immer gröberen Versehrungen durch die Handlung schleppt. Das liegt halt auch ein bisschen an seiner Mischung aus Dreistigkeit, Blauäugigkeit und Pech. Die macht ihn aber auch so sympathisch und trägt durch dieses Highlight von einer Serie: „The Lowdown“. Lee will die korrupten Machenschaften einer reichen Familie in Oklahoma aufdecken. Während der eine Bruder (treudoof: Kyle MacLachlan) Gouverneur werden will, hat der andere Bruder – ein nicht geouteter Homosexueller – gerade Suizid begangen. Das will Lee – der eigentlich eine Gebrauchtbuchhandlung führt – aber nicht glauben. Suchtmaterial Auf der Suche nach der Wahrheit legt er sich mit allerlei Falschen an. Dabei stolpert er über beiläufigen und gewalttätigen Rassismus, eine extrem rechte Sektenarmee und die Weiterführung der amerikanischen Urschuld gegenüber den Indigenen. Das passiert mit überraschend viel komödiantischem Mehrwert, der diese wohl leider kaum übertriebene Bestandsaufnahme der Südstaaten-USA zu Suchtmaterial macht.