Mit einem saloppen „Hallo!“ werden auf der Website bildungfuersleben.at die Teilnehmer der Online-Umfrage begrüßt, die einen Beitrag zur Neuaufstellung unseres Schulsystems leisten soll. Wie berichtet, will Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) mit seinem „Plan Z“ genau das erreichen. Was tatsächlich bei rund einem Viertel der 15-Jährigen der Fall ist, wie Fachleute immer wieder Alarm schlagen. Für Steiner ist klar, dass ein solcher auf individuelle Bedürfnisse abgestimmter Unterricht deutlich ressourcen- und personalintensiver sei. „Doch die 15-Jährigen, die nicht ausreichend lesen können, kommen uns wesentlich teurer“, sagt der IHS-Experte. Flexibilisierung „Ich sehe schon sehr großen Handlungsbedarf. Und das gleich auf mehreren Ebenen“, sagt IHS-Bildungsexperte Mario Steiner zum KURIER. Angefangen von einer Flexibilisierung der Lehrpläne: Steiner schwebt ein Modell zumindest für den Pflichtschulbereich vor, in dem es Grundlagen- und Erweiterungsmodule gibt. Damit soll der Unterricht besser auf die individuellen Begabungen der Kinder abgestimmt werden können. „Je nach Bedarf ermöglicht das eine individuelle Geschwindigkeit, während der jetzige Lehrplan wie eine Schablone über alle Schüler gestülpt wird. Es ergibt aber keinen Sinn, wenn Schüler im Deutschunterricht mit Inhaltsanalysen gequält werden, wenn sie nicht sinnerfassend lesen können.“ Vermittlung Ihm geht es aber nicht um die Abschaffung bestimmter Fächer, sondern die Art der Vermittlung. „Im Fach Philosophie kann man die Kinder wie früher üblich die Biografie von Philosophen auswendig lernen lassen, man kann ihnen aber auch über die Inhalte kritisches Denken beibringen“, sagt der Experte. Kritisches und vernetztes Denken sei überhaupt die Schlüsselkompetenz, die in einer modernen Schule vermittelt werden müsse, ist Steiner überzeugt, „insbesondere in Zeiten, in denen jeder in seiner Informationsbubble lebt“. Umso wichtiger seien etwa Kompetenzen wie Informationsbeschaffung und -management, Quellenanalyse und -kritik. Sein Ziel: Weg von einer Wissens-, hin zu einer Kompetenzgesellschaft. Soll heißen: eine Entrümpelung der Schulen von überkommenen Lehrinhalten und didaktischen Konzepten, um mehr Platz zu schaffen für die Förderung von kritischem Denken und Problemlösungskompetenz in einer modernen Informationsgesellschaft. Mit der Umfrage will Wiederkehr Schüler, Lehrer, Eltern, aber auch andere Interessierte in die Reform einbinden. Abgefragt wird zum Beispiel, ob ein Fach „Medienkompetenz“ oder „Demokratiebildung“ eingeführt werden soll oder ob verwandte Fächer wie Biologie, Chemie und Physik zu größeren Themenbereichen zusammengefasst werden sollen. Doch ist Wiederkehr mit seinem Plan Z auf dem richtigen Weg? Ist es überhaupt notwendig, den traditionellen Lehrplan umzukrempeln? Flexibilisierung „Ich sehe schon sehr großen Handlungsbedarf. Und das gleich auf mehreren Ebenen“, sagt IHS-Bildungsexperte Mario Steiner zum KURIER. Angefangen von einer Flexibilisierung der Lehrpläne: Steiner schwebt ein Modell zumindest für den Pflichtschulbereich vor, in dem es Grundlagen- und Erweiterungsmodule gibt. Damit soll der Unterricht besser auf die individuellen Begabungen der Kinder abgestimmt werden können. „Je nach Bedarf ermöglicht das eine individuelle Geschwindigkeit, während der jetzige Lehrplan wie eine Schablone über alle Schüler gestülpt wird. Es ergibt aber keinen Sinn, wenn Schüler im Deutschunterricht mit Inhaltsanalysen gequält werden, wenn sie nicht sinnerfassend lesen können.“ Damit befindet sich Steiner durchaus auf einer Linie mit Wiederkehr, der im Rahmen der Präsentation seines Plans Z sich darüber halb im Scherz beschwert hatte, dass er in seiner Schulzeit noch 40 europäische Flüsse auswendig lernen musste. Spezialisierung später Konform geht der Experte auch mit dem Vorschlag des Ministers, die naturwissenschaftlichen Fächer zusammenzulegen. Auch das entspreche dem Bestreben, das vernetzte Denken zu fördern. Im konkreten Fall die Zusammenhänge zwischen Biologie, Physik und Chemie. Die tiefere Spezialisierung in den einzelnen Teilgebieten finde dann ohnehin an den Universitäten statt.