Tourismus: Kritik trifft auf Rekordzahlen

Im Südburgenland wird seit jeher gern in Richtung Norden ausgeteilt, die Themen sind austauschbar. Neu ist die Kritik am Burgenland Tourismus nicht, viele Verantwortliche in den beiden südlichsten Bezirken fühlen sich schon immer benachteiligt – Stichwort Nord-Süd-Gefälle (das übrigens in den vergangenen Jahren beständig flacher geworden ist). Tatsächlich haben die Bezirke Güssing und Jennersdorf ein Problem: das fehlende Alleinstellungsmerkmal. Im Nordburgenland bestimmt der Neusiedler See über touristischen Erfolg oder Misserfolg, weiter südlich wird alles von der „Kindertherme“ Lutzmannsburg beziehungsweise des Kurorts Bad Tatzmannsdorf überstrahlt. Es bleibt abzuwarten, ob die vielen neuen Initiativen im Südburgenland, wie der 41 Kilometer lange Bahntrassen-Radweg mit den Burgenland Trails in Rechnitz oder das Multimedia-Hügelgrab in Schandorf, positive Auswirkungen auf die Bezirke Güssing und Jennersdorf haben. Lichtblick: Therme Ganz so düster sind die Aussichten aber auch dort nicht, wie die jüngsten Investitionen und geplanten Adaptierungen der Therme in Stegersbach beweisen. Natürlich haben die Hoteliers und Touristiker mit ihrer Kritik angesichts der sinkenden Zahlen im fünfjährigen Vergleich zu 2019 recht. Aber in den Jahren darauf, also nach Covid, kamen wieder mehr Gäste , auch wenn die Zuwachsraten geringer als in den anderen Regionen waren. Dennoch steigen die Zahlen seit 2022 im Bezirk Güssing kontinuierlich an, im Bezirk Jennersdorf stagnieren sie hingegen und liegen auch 2025 unter dem Niveau von 2019. Insgesamt waren heuer von Jänner bis Oktober aber so viele Gäste im Südburgenland wie noch nie zuvor – in Summe gab es über 277.000 Ankünfte . Der Bezirk Oberwart verzeichnet einen leichten Rückgang, Güssing sticht mit einem Plus von 8,5 Prozent hervor. So schlecht kann es also um den Tourismus nicht bestellt sein.