Handball: Kapitän Bilyk ist bei der EM endlich wieder am Steuer

Österreichs Handballteam steht am Freitag in Paris vor einer besonders schweren Testaufgabe, denn das Team von Iker Romero misst sich mit Frankreich . Kapitän Mykola Bilyk : „Das ist eine Mannschaft auf extrem hohen Niveau, das erwartet uns bei der EM in der Vorrunde auch. Wir haben meiner Meinung nach die schwerste Gruppe bei dieser EM und darauf müssen wir uns gut vorbereiten und eben gegen Nationen spielen, die auf diesem Niveau sind.“ Bilyk, Leader, Kapitän und Wurfgarant der Mannschaft, steht demnächst eine große Veränderung bevor. Nach zehn Jahren beim THW Kie l und zahlreichen Titeln startet er ein neues Abenteuer. Wie Nationalteam-Kollege Lukas Herburger heuert er beim HC Kriens-Luzern in der Schweiz an, wo er für drei Jahre unterschrieb. Wechsel in die Schweiz Mit Kiel wurde er bislang dreimal deutscher Meister, viermal Pokalsieger, viermal Supercupsieger, gewann 2019 den EHF Pokal (heute EHF European League) und 2020 die EHF Champions League. „Nach zehn Jahren in Kiel, die wirklich unfassbar für mich waren, ist es an der Zeit, etwas Neues zu machen und zu probieren.“, erklärt Mykola Bilyk. Mit den Zebras will er seine letzte Saison noch so erfolgreich wie möglich gestalten. Der HC Kriens-Luzern bastelt an einer großen Zukunft, will national wie international auf absolutem Topniveau spielen und lotst dafür die geeignetsten Spieler nach Kriens. Doch das ist noch Zukunftsmusik, in der Gegenwart gibt die kommende EM den Ton an, wo Österreich auf Deutschland, Spanien und Serbien trifft. Unter dem neuen Teamchef Romero setzte es zu Beginn zwei Niederlagen gegen Ungarn und nun auch gegen Tschechien. Bilyk ist dennoch überzeugt, dass der Doppelpass funktionieren wird. „Iker ist ein sehr erfahrener Mann, er weiß, was er tut. Er hat eine gewisse Idee wie sein Team spielen soll, hat großes Vertrauen in sein Handeln.“ APA/ROLAND SCHLAGER / ROLAND SCHLAGER Die Mannschaft ist schon aus der Ära von Ales Pajovic die lange Leine gewohnt. „Die spanische, lockere, coole Art tut uns sicher gut. Wir lachen gerne, das hat unter Pajo schon geklappt. Wenn während des Trainings keiner mehr lachen darf, das würde diese Mannschaft umbringen.“ Die EM ist der Startschuss für diese neue Ära, in der man bisher Erreichtes immer wieder bestätigen soll. „Wir haben eine Basis aufgebaut, ein Niveau erreicht, unter das wir nicht mehr fallen möchten. Der nächste Schritt ist, dass wir kein One-Hit-Wonder sind. Wir haben es uns mit den Erfolgen erarbeitet, dass die Erwartungen an uns jetzt so groß sind.“ Endlich wieder fit Bilyk ist froh, wieder ein großes Turnier spielen zu können. Vor einem Jahr saß er in Kiel vor dem Fernseher und sah seinen Kollegen zu, wie sie bei der WM eine gute Figur machten. Damals zwang ihn eine Oberschenkelverletzung zu einer wochenlangen Pause. „Es gehört leider manchmal dazu, dass im Sport Dinge anders kommen als man sich das vorstellt. Jetzt ist alles in Ordnung, ich freue mich, dass ich wieder dabei sein kann.“ Noch hört der 29-Jährige auf Signale seines Körpers. Wenn es zwickt, dann dosiert er nach Absprache mit dem Coach im Training. „Ich habe aber keine Angst, dass etwas passieren kann.“ Die kurze Vorbereitungszeit auf ein Großereignis ist für Teamchef Romero, bisher nur als Klubcoach tätig, Neuland: „Das ist auch für mich ein Lernprozess. Auch ich muss lernen, in dieser kurzen Zeit mehr Input zu geben.“