Also Leute, noch sind wir in der Illusionszone der guten Vorsätze , aber kaum wird uns der Frühling in die Knochen schießen, kriegen sie wahrscheinlich einen Abschiedskuss auf die Stirn gedrückt: Adieu , ihr Langweiler! Ich tendiere gerade zu einer wrackwürdigen Erscheinung (zu viele Partys ), aber je größer das Schädelweh , desto mehr fühlt man sich dennoch am Leben. Fleischlos Atmen in Pilates - und Kräutertee-Begleitung steht natürlich dieser Tage ganz oben auf meiner Prioritätenliste, knapp gefolgt von der Kondoisierung meiner Wohnung. Sprich: es wird entrümpelt werden, dass es nur so rauscht. Ich habe schon damit begonnen, war aber dann doch gleich wieder in einem Aktionsgefrierschock, als ich über die Tagebücher aus meinen Zwanzigern stolperte. Was für ein erbärmliches Gewinsel wegen irgendwelcher Typen! In was für melodramatische Abgründe man wegen Unsensibilitäten seitens diverser fescher Kasperln geschlittert war! Ein Selbstwertgefühl im Smartie-Format purzelte einem auf nahezu jeder Seite entgegen und das in einer Lebensphase , in der man sich auf der Höhe seiner sexuellen Attraktivität befand. Ab da ging’s physisch bergab , aber psychisch steil bergauf . Man kann eben nicht alles haben, außer man ist Hypochonder. Ich würde am liebsten ein Seminar für all die herrlichen Girls veranstalten, die sich gerade eben durch die Täler solcher Verunsicherungen schleppen müssen, und ihnen entgegenbrüllen: So viel Zukunft , wie ihr jetzt habt, kriegt ihr nie wieder! Und geht sorgsam mit der vermeintlichen Mauerblümchen-Schwester der Liebe um, der Freundschaft . Denn, wenn gut gefüttert, hat sie oft kein Ablaufdatum. Im Gegensatz zu dem ganzen zwischengeschlechtlichen Tralala.