Die letzten drei Wochen genossen die Bambini zuhause. Im Herbst unterstützten sie meine Lesereise durch braves Kindergarten -Frequentieren, daher hatten sie sich eine lange Pause verdient. Ich selbst liebte es als Kind, in den Ferien das eigene Zuhause neu zu erleben. Meinen Söhnen ging es ähnlich, doch gibt es eine gewisse Diskrepanz zwischen dem, was ich einst darunter verstand (alle Spielsachen bespielen, Bastelarbeiten anfertigen, jedes einzelne Bilderbuch durchblättern) und dem, was meine Söhne taten: Zunächst wurde der Adventkranz zerlegt, die Schleifen dienten als Bungee-Sprung-Seile für mutige Kuscheltiere, die Deko-Zapfen als Wurfgeschosse . Zwei Flaschen Shampoo wurden im Bad verteilt bzw. verschossen, denn scheinbar irrte ich, als ich dachte, diese beim Friseur erstandenen Luxusgüter dienten der Haarpflege: "Mama, das sind unsere Laser gegen Gespenster!" Ebenso erfuhr ich, dass die schmalen Silberblenden, die die Regalböden unserer Küchenkästen abschließen, in Wirklichkeit "Monster-Verjag-Stäbe" sind, die Hundewasserschüssel eine Autowaschanlage und die externe Tastatur meines Laptops, die übrigens noch immer verschollen ist, eine Gespensterkontrollzentrale. Wir konnten uns zumindest darauf einigen, dass der Christbaumschmuck ein Schatz ist. Mein Wunsch , dass dieser am Baum verbliebe, wurde aber ignoriert . Schätze muss man in Höhlen aufbewahren, die sich bei uns hinter dem Sofa und unter dem Bett befinden. Und was dort kaputt ging, ist natürlich dem Monster geschuldet, das nicht verjagt werden konnte, weil ich ja die Monster-Verjage-Stäbe zurück auf die Regale geschraubt hatte. Ich entdeckte: Nicht nur für Kinder lauern die größten Abenteuer zuhause .