Die Ballzeit beginnt: Fundstücke aus der Zeit der Urgroßeltern

Regelmäßige KURIER-Leserinnen und Leser kennen die Momentothek Oberwart , ein Online-Archiv , das alte Fotos und Schriftstücke der Stadt für die Nachwelt sammelt. Beim Stöbern nach alten Ballfotos wurde folgendes Fundstück gemacht – ein genau 100 Jahre alter Bericht über den Feuerwehrball in der „Oberwarther Sonntagszeitung“ vom 17. Jänner 1926: momentothek-oberwart.at Bericht über den Feuerwehrball in der „Oberwarther Sonntagszeitung“ vom 17. Jänner 1926. „Am vergangenen Samstag hielt die Oberwarther Feuerwehr in Anton Wagners Gasthauslokalitäten ihre diesjährige Faschingsunterhaltung unter dem Protektorate des Grafen Ludwig Erdödy ab. Die Unterhaltung war von allen Ständen sehr gut besucht und nahm einen höchst animierten Verlauf. Um 9 Uhr erschien Graf Ludwig Erdödy und wurde recht herzlich begrüßt. Die eigene Vereinskapelle spielte fleißig der Jugend zum Tanze auf und waren nur fröhliche Gesichter zu sehen. Auch Gastwirt Anton Wagner war redlich bemüht, seine Gäste aus Küche und Keller bestens zufriedenzustellen. Der materielle Erfolg war ebenfalls zufriedenstellend und dürfte ein recht namhafter Betrag dem Motorspritzenfonds zufließen.“ Zeitsprung ins Jahr 1939 Dann dauert es ein wenig, ehe sich im Jahresverlauf die nächsten Ball-Dokumente in der Momentothek finden. Bis zu einer Zeitungsannonce aus dem Jahr 1939 , die Einladung zu einem Hausball ins Gasthaus Anton Wagner am 22. Jänner. In der Anzeige wird darauf hingewiesen, dass „Spenden 100 %-ig für das WHW verwendet werden“ . Das „Winterhilfswerk des Deutschen Volkes“ sammelte Spenden und verteilte sie an bedürftige „Volksgenossen“. momentothek-oberwart.at Einladung zum Hausball im Gasthaus Anton Wagner. Der nächste Ball folgte schon am 29. Jänner –  der „Zipfelhaubenball“ im Gasthaus Kantor. Das Gasthaus wurde bis 1938 von Herrn Winkler betrieben, ehe das Ehepaar Ludwig und Juliane Kantor an derselben Adresse und im selben Jahr das „Gasthaus zum Goldenen Stern“ eröffnete. momentothek-oberwart.at Gruppe vor dem Gasthaus Kantor "Goldener Stern" (Grazerstraße 44) - Ludwig (*1902/ +1965) und Juliane (geb. Adorjan, *1915 /+1984) Kantor:  Johann Benkö, Johann Beke, Maria Fülöp, Ludwig Szabo, Ludwig Fülöp und die Chefin Juliane Kantor (v.li.). Das Gasthaus wurde bis zum Jahre 1938 von Herrn Winkler betrieben, ehe das Ehepaar Ludwig und Juliane Kantor an derselben Adresse und im selben Jahr das “Gasthaus zum Goldenen Stern” eröffneten. In dem von der reformierten Kirchengemeinde gepachteten Gasthaus gab es einen wunderschönen Kastaniengarten, wo legendäre Gartenfeste – zum Beispiel zu Pfingsten das „Röke“ – Erntedankfeste und Weinlesefeste gefeiert wurden. Auch Bälle wie der Reformierte Jugendball und der Hausball, eben der besagte „Zipfelhaubenball“, fanden hier statt. Dieser Ball wurde immer am Faschingssamstag abgehalten. Eine Besonderheit war, dass man im Gasthaus verschiedenste Kopfbedeckungen , die das Wirtsehepaar in Wien besorgt hatte, erwerben konnte, was dem Ball eine besondere Note gab.