Hund bis Huhn, Wal bis Wiesel: Was das Jahr 2026 für Tiere bringt

12 cm kurz, 30 g leicht: Das Mauswiesel ist der kleinste Beutegreifer der Welt. Tierfreunde in Österreich haben den Einzelgänger, der in offenen Landschaften und Wäldern braun, im winterlichen Hochgebirge weiß unterwegs ist, zum „Tier des Jahres 2026“ gekürt. Mit weiteren ausgewählten Artenbotschaftern – vom Alpensalamander über den Kiebitz bis zur Walddeckelschnecke – soll der Vielfraß aus der Familie der Marder bis Dezember das Bewusstsein für die heimische Biodiversität und deren Schutz fördern. Ein wilder Verwandter von Mustela nivalis in Gefangenschaft rückt heuer ebenfalls in den Fokus: der Nerz . Er könnte schon bald von einer europäischen Bürgerinitiative profitieren. Pelztiere wie der Nerz könnten von neuen Gesetzen profitieren „Im März erwarten wir als Antwort auf die erfolgreiche FurFreeEurope-ECI eine Richtungsentscheidung seitens der EU-Kommission“, blickt Vier Pfoten ins Frühjahr. Wird die Pelztierzucht und der Verkauf von Fellerzeugnissen aus Farmen verboten oder kommen nur strengere Haltungsstandards? Tierschützer lehnen die Zucht von Nerz, Fuchs, Chinchilla & Co. in engen Drahtgitterkäfigen jedenfalls strikt ab. Sie bezeichnen die Praxis als unethisch und grausam und warnen zudem vor Gesundheitsrisiken für Menschen. Von der Politik fordern sie, die mehr als 1,5 Millionen ECI-Unterschriften ernst zu nehmen und die Farmen schnellstens zu schließen. Vor allem Meerestiere werden bald besser geschützt sein Rascher entspannen könnte sich die Situation unter Wasser. Bereits Mitte Jänner tritt das als „historisch“ bezeichnete Hochseeabkommen BBNJ in Kraft. Der WWF Österreich knüpft an die „Biodiversity Beyond National Jurisdiction“ die „Hoffnung auf den Schutz von Meerestieren wie beispielsweise Thunfischen und Walen“. Das UN-Abkommen schafft erstmals Rechtsverbindlichkeiten zur Einrichtung mariner Schutzgebiete sowie Umweltverträglichkeitsprüfungen für u.a. Fischerei und Tiefseebergbau. Auch an Land prognostiziert der WWF positive Effekte durch gesetzliche Maßnahmen, die Ende 2025 beschlossen wurden. Aufgrund neuer Listungen im Washingtoner Artenschutzabkommen , das den internationalen Handel mit bedrohten Spezies reguliert, sollten sich nun die Bestände vor allem von asiatischen Großkatzen wie Tiger und Schneeleopard erholen. Heimische Wildtiere, darunter Moorfrosch und Igel, sind stark gefährdet Was die heimische Artenvielfalt betrifft, schaut der Naturschutzbund Österreich dieses Jahr „mit großer Sorge auf Amphibien“. Die Tiergruppe nimmt weltweit am stärksten ab; der Verlust an Lebensraum gepaart mit der Erderwärmung setzt den Spezies, die während ihrer Metamorphose zuerst auf Gewässer, dann auf Moore, Sümpfe oder Feuchtgebiete angewiesen sind, schwer zu. Carolina Trcka-Rojas hebt den heimischen Moorfrosch hervor. Ohne sofortige Unterstützung durch Gartenbesitzer, Landwirte und Politiker könnte der Lurch in den nächsten zehn Jahren aussterben. Darüber hinaus ortet der Naturschutzbund beim Igel dingenden Handlungsbedarf. Wer auf Insektizide und Schneckenkorn verzichtet, wilde Ecken und Laubhaufen belässt, heimische Pflanzen setzt und den Mähroboter in der Dämmerung ausschaltet, trägt dazu bei, dass der Nützling nicht schon bald auf der Roten Liste landet. Beim Wolf spitzt sich die Lage laut WWF ebenfalls zu: „Mehrere Bundesländer haben die Voraussetzungen für Abschüsse gelockert.“ Der Sachkundenachweis für Haustierhalter wird österreichweit vereinheitlicht Verbesserungen zeichnen sich hingegen für Haustiere ab: Mit 1. Juli 2026 wird ein Sachkundenachweis für die Haltung von Hunden, Amphibien, Reptilien und manchen Papageienvögel Pflicht. Der vierstündige Theoriekurs ist dann österreichweit einheitlich und vor Anschaffung des Haustieres zu absolvieren. Für Hundebesitzer kommt eine zweistündige Praxiseinheit dazu. Vier Pfoten rechnet im Laufe des Jahres mit einer weiteren Novelle des Tierschutzgesetzes : „Es stehen noch einige Verordnungen zur Überarbeitung an – unter anderem in Zusammenhang mit Qualzucht.“ Rinder und Geflügel könnten schon bald noch mehr unter Druck geraten Für Nutztiere befürchten Tierschützer im In- und Ausland weniger rosige Zeiten. Vier Pfoten bezeichnet nicht zuletzt das jüngst von der EU beschlossene Mercosur-Abkommen als „Katastrophe“. Rind- und Hühnerfleisch aus Südamerika würde unter niedrigen Tierschutzstandards produziert und könnte – nun weitgehend zollfrei – die europäischen Märkte überschwemmen. Verbesserungen hier, Verschlechterungen dort? 2026 wird tierisch spannend.