Unwetteropfer: Bootshaus feiert nach halbem Jahr einen Neuanfang

Hagel, Sturm mit Orkanböen, sintflutartiger Regen: Am 13. Juli des Vorjahres wurden die Stadt Wiener Neustadt und einige Umlandgemeinden von einem plötzlichen und heftigen Unwetter heimgesucht. In kürzester Zeit fielen punktuell bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter – begleitet von Windspitzen mit über 100 km/h. 180 Feuerwehreinsätze wurden im Zuge des Unwetters verzeichnet. Besonders schlimm getroffen hatte es damals ein beliebtes Ausflugsziel. Das Bootshaus am Wiener Neustädter Kanal ist vor allem in der warmen Jahreszeit für seinen Bootsverleih und das Schifferlfahren bekannt. Das beliebte Ausflugslokal wurde im Zuge des Sturms unter einem tonnenschweren Baum "begraben“. Das Dach und die Terrasse des Gebäudes wurden dabei völlig zerstört. Wammerl Patrick Das Unglück traf die Betreiber wie ein Keulenschlag. "Wir hatten das Lokal erst dreieinhalb Monate davor übernommen. Und dann kam dieses Unwetter", erklärt Familie Hebberling , die das Bootshaus betreibt. Zwangspause Fünf Monate lang war das Lokal und der Bootsverleih geschlossen. Erst nach langen Gesprächen mit der Versicherung konnte mit der umfassenden Renovierung begonnen werden. Zum Jahreswechsel kam es nach der mehrmonatigen Odyssee endlich zur Wiedereröffnung des Hauses, freuen sich die Betreiber. Serge Claus Schüler der BHAK für Führung und Sicherheit am Wiener Neustädter Kanal Mit Kanus am Kanal Im Zuge des Wiederaufbaus wurde die alte Holzterrasse zur Gänze entfernt und stattdessen mit neuen Fundamenten ein vollwertiger Gastraum inklusive Fußbodenheizung gebaut, der somit auch ganzjährig betrieben werden kann. Die Betreiber setzen statt des kleinen Imbisslokals auf eine umfassende Speisekarte im Sinn eines Wirtshauses. Geöffnet ist das Lokal täglich zwischen 11 und 20 Uhr. Sobald es wärmer wird und es die Witterung zulässt, starten Felix Hebberling und seine Familie auch wieder mit dem Bootsverleih. Der Wiener Neustädter Kanal darf auf der gekennzeichneten Strecke auf einer Länge von 4,2 km mit Kanadiern (Kanus) offiziell befahren werden. Die Boote dafür kann man beim Bootshaus ausleihen. Vom Bootssteg bis zur Schafflerbrücke (Streckenende) benötigt man zirka eine Stunde Fahrzeit.