Zuletzt duckte sich Hollywood auffällig weg: Politische Reden bei den Oscars und den Golden Globes , einst Fixpunkt im Preiszirkus der Traumfabrik, waren seit der erneuten Machtübernahme Donald Trumps Mangelware. Bei den Golden Globes in der Nacht auf Montag aber setzte Hollywood ein vielleicht subtileres, aber eindeutiges Zeichen gegen die MAGA-Agenda Donald Trumps - und zwar nicht so sehr mit bewegten Reden, sondern mit den Preisen selbst. Denn eines haben die großen Gewinner des Abends (“One Battle After Another”,“Sinners”, “Hacks” und “The Pitt”) gemeinsam - sie alle stammen von Warner Bros Discovery , wie die New York Times vermerkt . Von jenem Filmstudio also, um das gerade eine Übernahmeschlacht entbrannt ist. Sowohl Netflix - der andere große Gewinner des Abends - als auch Paramount wollen das Studio übernehmen. Und jetzt wird es politisch. Denn hinter Paramount steht die Familie Ellison rund um Larry (den Vater) und David (den Sohn) - und die ist Teil des rechtspopulistischen Drehs, den Donald Trumps MAGA-Agenda gerade in den USA durchzieht. Der Ältere ist einer jener ultrareichen Tech-Milliardäre, die derzeit zu Medienmogulen wie Rupert Murdoch werden. Wegen der Nähe von Ellison, Murdoch, Elon Musk, Jeff Bezos und anderen zu Trump herrscht Sorge um die Ausgewogenheit der US-Medienlandschaft. Der Nachrichtensender CNN , den Paramount im Rahmen des Warner-Deals kaufen will, ist angeschlagen, aber noch dezidiert Teil der anderen USA. Das Studio, das einen eigenen Streamingdienst betreibt, nun ging bei den Golden Globes leer aus. Neun Golden Globes hingegen gingen an Warner - die meisten für ein Studio. Auch wenn Hollywood den Preis - im Gegensatz zu den Oscars - nicht selbst vergibt, darf man hier ruhig ein Statement gegen Trump und seine ideologischen Handlanger herauslesen. Und so wurde für einen Abend beiseite gewischt, dass auch Netflix ein durchaus problematischer neuer Eigentümer für Warner wäre. Denn wie lange dann noch dessen neue Filme in die Kinos kommen, anstatt gleich beim Streaminggiganten zu starten, das treibt Hollywood auch um - wenn auch sichtlich nicht so sehr, wie der Einfluss der MAGA-Milliardäre.