Die Wirtschaftskammer kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Abgang von Präsident Harald Mahrer im Bund Ende 2025 werden nun Vorwürfe gegen den Chef der Wiener Wirtschaftskammer laut: Walter Ruck wird Postenschacher vorgeworfen – und zwar zugunsten seiner Familie. Das profil widmete dem „Familiy Business“ einen großen Beitrag. Der Wirtschaftskammer-Chef, der zugleich an der Spitze des Wiener ÖVP-Wirtschaftsbundes steht, soll drei Familienmitgliedern Positionen in Sozialversicherungen beschafft haben. Bei der Besetzung haben die Sozialpartner Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer nämlich ein Mitspracherecht. Sohn Christoph Ruck etwa wurde in den Landesstellenausschuss der Unfallversicherung AUVA entsandt. Sein anderer Sohn, Alexander Ruck , ist Vorsitzender im Landesstellenausschuss der PVA. Und Walter Rucks Lebensgefährtin ist Vorsitzende im Landesstellenausschuss der Sozialversicherung der Selbstständigen. Nicht die erste Verstimmung Es ist nicht das erste Mal, dass Ruck mit Personalpolitik für Unruhe sorgt. In der ÖVP ist mancher verstimmt. Bei der Wien-Wahl etwa wurde Sohn Alexander zum Spitzenkandidaten im 19. Bezirk gekürt, obwohl er dort gar nicht lebt. Ruck senior wiederum stützte Döblings ÖVP-Bezirkschef Daniel Resch in der Kampfabstimmung um das Amts des ÖVP-Wien-Obmanns; gegen Markus Figl zog man aber den Kürzeren. In der Wirtschaftskammer wiederum, schreibt das profil , habe Ruck seinen anderen Sohn gut positioniert: Christoph Ruck ist 2025 zum Innungsmeister Bau in der Sparte Gewerbe/Handwerk aufgestiegen – jene Funktion, die sein Vater innehatte, bevor er zum Präsidenten aufstieg. Walter Rucks Amtszeit endet fix im Jahr 2030. Dass er Christoph für die Nachfolge in Stellung bringe, werfen ihm zumindest Gegner vor. Der Wirtschaftsbund äußert sich nicht: Man stehe „als wahlwerbende Fraktion im Wettbewerb“ und werde „über Pläne, Strategien oder Ziele – in diesem Fall im Zusammenhang mit Personalentscheidungen – öffentlich keine Auskunft erteilen.“ Aus der Kammer heißt es auf KURIER-Anfrage: Die Besetzung der Landesstellenausschüsse werde nicht in der Wiener Wirtschaftskammer beschlossen. „Die Entsendung erfolgt über die Wirtschaftskammer Österreich aufgrund der Nominierung der wahlwerbenden Gruppen. Die Grundlage ist das Wahlergebnis. Bestellungsprozess sowie Aufgaben der Funktionen sind im ASVG (§ 418 ff) ausgeführt.“ Erst zuletzt stand Ruck in der Kritik, weil er hinter dem Jobwechsel von Ex-ÖVP-Chef Manfred Juraczka in die Wirtschaftsagentur stecken soll, bei der man einfach auf eine Ausschreibung verzichtete.