ÖBB-Flughafenspange: Gemeinden optimistisch, Anrainer in Sorge

Schon seit dem Jahr 2016 beschäftigt das ÖBB-Projekt "Flughafenspange" Anrainer und Gemeinden im Bezirk Bruck an der Leitha. Die neue Linie sollte eine rasche Verbindung aus dem Osten Niederösterreichs und dem Nordburgenland zum Flughafen und nach Wien schaffen - und "neue Möglichkeiten für Pendler", wie man seitens der ÖBB betont. Frühe Kritik am Projekt Nach einer "Strategischen Prüfung im Verkehrsbereich“ erließ der Ministerrat am 1. März 2018 eine entsprechende Hochleistungsstrecken-Verordnung . Kritik gab es schon zu diesem Zeitpunkt. Seit September 2018 diskutieren daher Vertreter der Anrainergemeinden, der Länder Niederösterreich und Burgenland, des Flughafens und der ÖBB an einem Runden Tisch . Was auf der Forderungsliste steht Auch Arbeitskreise finden statt. In einer Vielzahl an Verhandlungsrunden habe man bereits einige Forderungen durchsetzen können, betonte Fischamends Bürgermeister Thomas Ram (Liste RAM) bereits im Vorjahr. So werde etwa die Schnellbahn S7 ausgebaut, man wünsche sich aber noch Lärmschutz- und Begrünungsmaßnahmen . Rudolf Maurer , Sprecher der ARGE Bahn Trautmannsdorf , die sich seit vielen Jahren gegen die Flughafenspange im Bezirk Bruck an der Leitha stark macht, fordert allerdings eine völlig neue Trassenführung. Die aktuelle zerstöre wertvolles Ackerland und sei eine Belastung für Anrainer, begründet man. Im Mai 2025 gaben Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) und ÖBB-Chef Andreas Matthä die Verschiebung des Projektes um zwei Jahre aus Einsparungsgründen bekannt. Die Umweltverträglichkeitsprüfung läuft allerdings bereits. Am vergangenen Freitag fand dazu eine öffentliche Erörterung im Schwechater Multiversum statt. Der KURIER war dabei. "Verlust von Bodenschätzen" Und die Stimmung war von Beginn an angespannt. Während sich Schwadorfs Bürgermeister Jürgen Maschl (SPÖ) für die Einbindung der Gemeinden in die Projektplanung bedankte und betonte, Wünsche seien berücksichtigt worden, kritisierte etwa Ernst Grasl, Vizebürgermeister der Gemeinde Trautmannsdorf, die Flughafenspange durchschneide bestes Ackerland. "Die Versiegelung und der Verlust von Bodenschätzen macht uns große Sorgen." Grafik Die geplante Trassenführung der ÖBB Flughafenspange. Bürgermeister Gerhard Weil (Bruck an der Leitha, SPÖ) forderte die Einhaltung der Grenzwerte bei Wärme- und Erschütterungsemissionen und ein Verkehrskonzept: "Unsere Stadt hat eine einzige Zufahrt zum Bahnhof. Wenn es mehr Zugverkehr und Pkw-Verkehr gibt, dann haben wir ein Problem." Welche Maßnahmen vorgeschlagen werden Weil schlug eine Verbesserung des Busverkehrs und zusätzliche Gehwege als Gegenmaßnahmen vor, stellte aber auch klar: "Ich begrüße die Spange, da wir eine Pendlerregion sind und derzeit keine gute öffentliche Anbindung haben." Dass Lärm und Erschütterungen überwacht werden, versicherte Sachverständiger Günther Achs im Namen der ÖBB. Höchst emotional entwickelte sich die Diskussion um einen Anschluss der geplanten Airport-Umfahrung B260 . Sollte die Straße nicht gebaut werden, würde die Zufahrt zu den Bahnhöfen in mehreren Gemeinden für Probleme sorgen, machten die Bürgermeister aufmerksam. Eine Diskussion, die allerdings nicht mit den ÖBB, sondern mit dem Land NÖ zu führen, sei wurde erwidert. Derzeit sei der B260-Bau plangemäß vorgesehen. Und auch die Befürchtung, der unterirdisch geplante, neue Bahnhof in Enzersdorf wäre bei Hochwasser-Ereignissen besonders gefährdet, zerstreute ein Sachverständiger: Laut Simulation bestehe keine derartige Gefahr, zusätzlich seien aber Schutzmaßnahmen geplant, versicherte er. Im Namen der ARGE Bahn Trautmannsdorf formulierte Rudolf Maurer schließlich erneut die Kritikpunkte: Ein Bodenverbrauch von mehr als 100 Hektar, wenig Rücksichtnahme auf wertvolle Agrarflächen, deren Bewirtschaftung für Landwirte erschwert würde, sowie Belastungen durch Lärm und Staubemissionen. Das Argument der ÖBB, durch die Flughafenspange würden Kapazitätsengpässe auf der Ostbahn kompensiert, stellte Maurer in Frage: "Es gibt kostengünstigere Alternativen." Weitgehend einig war man sich jedenfalls in einem Punkt: Während der Bauphase werde es zu einer nicht unwesentlichen Belastung der Anrainer durch Staub, Lärm und Lkw-Verkehr kommen.