Die Streamingwelt ist jetzt schon unübersichtlich. In Österreich abrufbar sind u. a. Amazon Prime Video, AppleTV, Canal+, Disney+, Magenta TV, Netflix, Paramount+, Sky und zahlreiche On-Demand-Videotheken. Ab heute kommt mit HBO Max ein weiteres Schwergewicht hinzu. Würde man alle Abos in Vollversion kombinieren, käme man auf monatliche Kosten jenseits der 150 Euro. HBO Max startet zwar in der Basisversion mit günstigen 5,99 Euro, zu diesem Preis muss man allerdings Werbezuspielungen akzeptieren. Der Streamer ist Teil des Medienriesen Warner Bros. Discovery, zu dem u.a. das Filmstudio Warner Bros., der Streamingdienst Discovery+, Sender wie CNN, HBO und Eurosport sowie DC Comics („Superman“, „Batman“) gehören. Im Heimatmarkt USA ist der Streamer seit 2020 verfügbar und hat aktuell rund 128 Mio. Abo-Kunden. Zum Vergleich: Netflix hatte Anfang 2025 weltweit mehr als 260 Millionen Abos gemeldet. Sprung in DACH-Raum Nun geht HBO Max in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und in Liechtenstein an den Start. Im März ist es für Großbritannien und Irland so weit. Damit verschärft sich der Wettbewerb im hart umkämpften Streamingmarkt noch einmal. Hierzulande werden das zunächst Kunden des Bezahlangebots Sky spüren, das sein Angebot an Serien neben Eigenproduktionen auch aus starken Serien aus dem HBO-Kosmos gespeist hatte. Dafür sorgte eine Kooperation, die vor dem Start von HBO Max Ende 2025 auslief. Bereits jetzt sind die Folgen auf Sky spürbar: Der absolute Fantasy-Hit „Game of Thrones“ ist auf Sky nicht mehr zu finden, ebenso wenig „Die Sopranos“. Sky stellte aber per Aussendung klar, dass „relevante Inhalte von Warner Bros. Discovery weiterhin Bestandteil unseres Portfolios“ bleiben – darunter aktuelle und kommende Staffeln von „House of the Dragon“, „The Last of Us“, „Euphoria“ oder „The White Lotus“. Von letzterer Gesellschaftssatire, einer der größten Serienhits der letzten Jahre, ist Staffel 1 allerdings nicht mehr im Sky-Portfolio, wie auf Anfrage bestätigt wurde. Die Staffeln 2 und 3 sind noch bei Sky abrufbar, ebenso die in Wien gedrehte Miniserie „The Regime“ mit Kate Winslet. HBO Max 24 Stunden in der Traumaklinik: „The Pitt“ mit „E.R.“-Star Noah Wyle. Weiter auf Sky Gewährleistet sei, dass Sky- Kunden „laufende HBO- Serien, die sie begonnen haben, auch nahtlos zu Ende schauen können“. Als erstes Beispiel wird „Industry“ Staffel 4 genannt, das bei Sky und bei HBO Max gleichzeitig startet. Zudem investiere man weiter in Partnerschaften mit Sony, NBCUniversal (Peacock), Sky Studios, Disney oder ZDF. Neue Konkurrenz durch HBO Max erhalten die Münchner, die sich im Übernahmeprozess durch RTL befinden, nun auch im Bereich Sport. So können die jeweiligen Abos ( siehe Kasten unten ) mit einem Sportpaket (u.a. Tour de France, Wintersport und Australian Open) für zusätzliche drei Euro im Monat ergänzt werden. Zum Start gibt es die Olympischen Winterspiele (ab 22. Februar) ohne Extrakosten zu sehen. "The Pitt" kommt im Doppelpack Eine glückliche Fügung für den neuen Streamer ist die Aufmerksamkeit durch die Golden-Globe-Gala, bei der Sonntagnacht die Krankenhaus-Serie „The Pitt“ als beste Dramaserie ausgezeichnet wurde. „Emergency Room“-Star Noah Wyle wurde zudem bester Schauspieler in einer Dramaserie. Die erste Staffel der Echtzeit-Serie, die 24 Stunden in einer Traumaklinik zeigt, läuft ab heute über HBO Max auch in Österreich – und Staffel 2 feiert am selben Tag ihre Premiere. Bald bei Netflix? Eine gewisse Marktbereinigung könnte es ihm Streaminggewirr aber demnächst geben: Denn der HBO-Mutterkonzern, Warner Bros. Discovery, ist Objekt einer Übernahmeschlacht. Paramount und Netflix buhlen um den Hollywood-Rivalen. Der Warner-Vorstand empfiehlt seinen Aktionären, den Deal mit Netflix einzugehen. Was eine Übernahme für HBO Max und andere Dienste bedeuten würde, ist unklar. Der Übernahmeprozess würde wohl mindestens ein Jahr dauern. Die Abos von HBO Max sind monatlich kündbar.