WIFO-Bericht: Wien träumt vom wirtschaftlichen Aufschwung

Sehr optimistisch schaue er in die Zukunft, sagte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im KURIER-Interview, und meinte damit die Wirtschaftslage in Wien. Diesen Optimismus teilt er mit Peter Huber , Regionalökonom des Wirtschaftsinstituts WIFO, der bereits vergangene Woche in Wien heute eine positive Wirtschaftsentwicklung prognostizierte. Das geht auch aus der „Konjunktur - und Arbeitsmarktprognose“ hervor, die das WIFO für die Wiener Wirtschaftskammer erstellt hat. Demnach wird die Bruttowertschöpfung in der Bundeshauptstadt mit einem Plus von 1,5 Prozent stärker steigen als in ganz Österreich (plus 1,3 Prozent). Auch bei den unselbstständig Beschäftigten wird für Wien ein Zuwachs von 1, 2 Prozent erwartet, in Österreich rechnen die Experten mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent. Vorteil: Urbanität Warum sich Wien besser entwickelt als Gesamtösterreich sei laut Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck leicht erklärt: „Das liegt einerseits daran, dass urbane Gebiete wirtschaftlich bevorzugt sind. Auf der anderen Seite ist es uns gelungen, die Heterogenität des Wirtschaftsstandorts Wien zu stärken.“ Zudem würde die Vielfalt der Branchenverteilung, aber auch der Unternehmensgrößen das Klumpenrisiko reduzieren und vor allem dann helfen, wenn die Zeiten nicht so leicht sind. Luft nach oben hat hingegen die Arbeitslosenquote , diese wird laut WIFO mit 11,8 Prozent auf einem sehr hohen Niveau bleiben und über dem Österreichschnitt von 7,3 Prozent liegen. Dabei hat „Wien großes Potenzial bei jungen Arbeitskräften, wenn es uns gelingt, die vielen jungen Menschen in Wien in Beschäftigung zu bringen“, sagt Ruck. Bildung und Ausbildung müssten daher forciert werden. Kurier Beim Wiener AMS wagt man es dennoch, ebenfalls optimistisch ins neue Jahr zu starten. „Das Plus von 1,2 Prozent Jobsuchenden ist der beste Wert seit dem Frühling 2023, vor einem Jahr waren es noch mehr als sieben Prozent“, ließ AMS-Wien-Vizechefin Katharina Luger via Aussendung wissen. Auch die Entwicklung bei der Jugendarbeitslosigkeit sei ermutigend: „Die Jungen sind immer die ersten, die in schwierigen Zeiten den Job verlieren – sie sind aber auch eine der ersten Gruppen, an denen sich eine wirtschaftliche Erholung schon früh ablesen lässt“. Die Zahl der unter 25-Jährigen, die arbeitslos oder in Schulung sind, sei um 1,6 Prozent gesunken. Erfolg für Kongressstadt „Das überdurchschnittliche Wachstum ist eine erfreuliche Nachricht, aber bestimmt kein Grund, sich auszuruhen, denn selbst in Wien ist das Wirtschaftswachstum noch nicht auf dem Niveau, das ich gerne für unsere Stadt hätte“, sagt Bürgermeister Ludwig. „Darum werden wir unsere Anstrengungen in diesem Bereich noch weiter verstärken.“ Die Stadt Wien will im heurigen Jahr unter anderem auch die florierenden Bereiche weiter stärken – darunter den Kongresstourismus . Passend dazu hat der Wien Tourismus die Akquise-Erfolge für das Kongressjahr 2026 bejubelt. Das Vienna Convention Bureau habe mehrere internationale Top-Veranstaltungen für die Stadt gewonnen, wie es in einer Aussendung hieß. Darunter die „LogiPharma“, die international führende Konferenz für Life-Sciences im Bereich Supply Chain und Logistics , die vom 14. bis 16. April im Austria Center Vienna stattfindet. Erwartet werden 2.000 Teilnehmende, darunter die 20 weltweit führenden Pharmaunternehmen. „Als internationale Drehscheibe bleibt Wien damit ein zentraler Ort für wissenschaftlichen Austausch“, sagt Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner . „Damit das auch in Zukunft so bleibt, arbeiten wir aktuell an über 290 laufenden Bewerbungen für Kongresse und Firmenveranstaltungen – mit einem Planungshorizont bis 2038.“