Deadline läuft ab: Trump will Dokumente von Smithsonian-Museen

"Wahrheit und Vernunft in der amerikanischen Geschichte wiederherstellen" lautet die Mission, die US-Präsident Donald Trump in einer Verordnung vom August 2025 festgeschrieben hat. Der Streit mit der Smithsonian Institution , die bislang eben diese Geschichtsschreibung und -bewahrung nach wissenschaftlichen Kriterien unabhängig, aber mit massiver staatlicher Finanzierung betrieben hat, könnte nun eskalieren: Bis heute, Dienstag (13. 1. 2026), soll der Verband, der zahlreiche Museen in Washington, D.C. und in anderen Landesteilen betreibt, tausende Dokumente vorlegen. Insbesondere die Feiern zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit 1776 sollen darin erläutert werden - aber es geht auch um Details zu Personal, Organisation, Museumsdidaktik und zur generellen Ausstellungsplanung. APA/Getty Images via AFP/GETTY IMAGES/HEATHER DIEHL Die Smithsonian Institution verfügt über ein Budget von einer Milliarde US-Dollar, das - anders als bei großen US-Institutionen wie dem Metropolitan Museum in New York - zu einem größten Teil aus staatlichen Geldern gespeist wird. Wie auch bei Trumps Kräftemessen mit Universitäten steht die Drohung einer Mittelkürzung im Raum. Der Museumsverband, der auch den Washingtoner Zoo betreibt, berief sich bei der Auseinandersetzung mit Trump zuletzt oft auf ihre eigenständige Organisationsstruktur, die sie eigentlich dem Zugriff des Präsidenten schützen sollte. Als der Druck anstieg, war die Institution auch zu Zugeständnissen bereit - etwa in der National Portrait Gallery , wo jüngst ein Bild Trumps mitsamt dem Wandtext, der auf seine Amtsenthebungsverfahren verwies, ausgetauscht wurde. In der Forderung nach der Übermittlung tausender interner Dokumente stellte sich die Institution bislang allerdings taub: Ursprünglich hätte eine solche Übergabe nämlich schon im vergangenen September stattfinden sollen. Die damals übermittelten Dokumente seien aber mangelhaft gewesen, hieß es in einem Schreiben vom 18. Dezember 2025 , das nun eine komplette Übermittlung der Unterlagen bis 13. Jänner einfordert. "Aktuelle Wandtexte und didaktische Materialien, Ausstellungskonzepte und -budgets, Objektchecklisten für kommende Programme, interne Governance-Richtlinien und die Dokumentation der Befehlskette für die Freigabe von Inhalten sind keine obskuren Archiv-Anfragen", heißt es in dem Schreiben. "Eine der größten Kräfte für das Gute" Die Trump-Administration hat die US-Museen seit langem im Visier, weil sie aus ihrer Sicht negative Seiten der US-Geschichte über Gebühr hervorstreichen - das betrifft etwa den Umgang mit indigenen Völkern oder die Sklaverei, an der auch die Gründerfiguren der Staaten aktiv partizipierten. Nach der verordneten Einstellung von Diversitäts-Programmen, die zum Rückzug mehrerer leitender Mitarbeiter des Museumskonzerns geführt hatten, steigt angesichts der Jubiläumsfeiern nun offenbar die Nervosität. "Kein Zweifel" "Wir möchten versichert sein, dass kein leitender Mitarbeiter der Smithsonian-Museen Zweifel daran hegt, dass die Vereinigten Staaten unter den größten Kräften für das Gute in der Geschichte dieser Welt gewesen sind", heißt es in dem Schreiben. "Das amerikanische Volk hat keine Geduld für Museen, das im Bezug auf die Gründung Amerikas zurückhaltend agiert oder dem es in anderer Weise unbequem ist, eine positive Sicht amerikanischer Geschichte zu vermitteln." Die Erinnerung, dass die Gelder für die Institution nur dann legitim verwendet werden, wenn sie im Einklang mit dem Erlass zur "Wiederherstellung von Wahrheit und Vernunft" stehen, ist ebenso unmissverständlich. Noch ist nicht bekannt, ob und wie die Museen reagieren - und was die Konsequenzen sein werden.