"Vertrauen geht nicht über WLAN“: Raika Gänserndorf neu eröffnet

Vor dem Büro von Raika-Direktor Hannes Jaindl war Montagabend eine Cocktailbar aufgebaut. "Das kann gern so bleiben", scherzte der Geschäftsstellenleiter der Gänserndorfer Raiffeisenbank , als diese nach einem Umbau wiedereröffnet wurde. Die Eröffnungsfeier sei ein geschichtsträchtiger Moment, so Jaindl. Denn in der über 100-jährigen Geschichte der Bank sei dies erst die vierte Feier dieser Art. Nachdem der Direktor mit einer Fanfare von der Philharmonie Marchfeld ans Mikrofon geleitet wurde, gab er einen Rückblick auf die Geschichte. Die Gänserndorfer Raika ist nämlich 1892 in der Nachbargemeinde Schönkirchen entstanden. Standort im Stadtzentrum bleibt Dass in dieser Kommune Gutes entsteht, lag für Jaindl auf der Hand, immerhin ist er selbst Schönkirchner, wie er die Gäste wissen ließ. 1976 ist die Bank nach Gänserndorf übersiedelt, 20 Jahre später wurde ein neues Gebäude in der Bahnstraße eröffnet. Diesen Standort im Zentrum der Bezirkshauptstadt habe man bewusst behalten, obwohl etwa der Gewerbepark mit seiner Frequenz verlockend gewesen sei, so der Bankdirektor. Worauf Jaindl stolz ist: In einer Zeit, in der alles digitaler wird und online erledigt werden kann, "sind wir die Antithese". Die Raika setze zwar auf Digitalisierung, aber auch auf den persönlichen Kontakt. "Vertrauen kann man nicht durch eine WLAN-Leitung aufbauen, das geht nur im persönlichen Gespräch", ist er überzeugt. Die Mitarbeiter dazu habe die Raiffeisen-Regionalbank Gänserndorf schon lange, "jetzt haben wir auch die Räume dazu", betonte der Geschäftsstellenleiter. Wohlfühlfaktor mit Diskretion Die Bank sollte den Charakter eine Hotellobby bekommen, in der man sich wohlfühlt, gleichzeitig auch Bereiche der Diskretion bieten - so die Vision von Hannes Jaindl. Umgesetzt hat diese das regionale Architektenbüro Deubner López . Der Standort in der Bahnstraße bekam ein neues Gesicht, im Inneren wurde mit Holz und Naturstein gearbeitet. "Vertrauen kann man nicht durch eine WLAN-Leitung aufbauen, das geht nur im persönlichen Gespräch." Hannes Jaindl / Raika-Geschäftsstellenleiter Die Deckengestaltung trägt die Handschrift der Architekten Magnus Deubner und Jesus López : Die Waben sind auf den ersten Blick erkennbar, die an das bekannte Raika-Maskottchen Sumsi erinnern und für Beständigkeit - wie die Biene Sumsi - stehen, erklärte Deubner den Gedanken dahinter. Wow-Effekt im neuen Ambiente Raika-Obmann Martin Minkowitsch sprach von einem Wow-Effekt, der mit dem Umbau zweifellos gelungen sei - und das mit einer Unterschreitung des Budgets. Gebietsleiter Sandro Eggenburger bezeichnete die neue Filiale als "wirklich geil", weil die Empfindungen der Mitarbeiter, wie der Standort besser werden kann, eingeflossen sind. Vorstandsdirektor Roland Mechtler von der Raiffeisen-Landesbank NÖ-Wien zeigte sich ebenso beeindruckt: Abgesehen davon, dass das neue Ambiente wirklich an eine Hotellobby erinnere, sei hier zu spüren, dass die "menschliche Interaktion in der DNA der Raika-Mitarbeiter" liege. "Symbol der Freiheit" darf nicht fehlen Pfarrer Chudi Joseph Ibeanu war tief berührt davon, dass die Gänserndorfer Raika, die 7.000 Kunden betreut, zu einem Ort der Begegnung und Achtsamkeit werden soll "und nicht nur für die Geldübergabe". Berührt war er auch, dass Minkowitsch das Kreuz als "größte Form der Freiheit" bezeichnete und es darum in den neuen Räumen nicht fehlen dürfe. Da stimmte der Geistliche zu: "Es ist ein Symbol der Freiheit, für alle, nicht nur für Christen." 6.000 Euro für Verein Happiness Zum Abschluss des offiziellen Teils erfüllte die Raika den genossenschaftlichen Förderauftrag: Bei der Weihnachtsaktion wurde für den Verein Happiness gesammelt. Ein Verein, "der Kindern, die es im Leben nicht leicht haben, wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert", wie Jaindl schilderte. Er überreichte Vereinspräsidentin Andrea Bossler und Sonja Hille eine Scheck über 6.088 Euro. Danach war es Jaindl ein Anliegen, dass niemand hungrig und durstig nach Hause gehe und lud bei bester Verpflegung zum Vernetzen ein.