Der Song Contest in Wien ist am Dienstag spontan eines zugkräftigen Namens verlustig gegangen. Tom Neuwirth, der als Conchita Wurst 2014 den Song Contest gewonnen hat und seither auch international eines der bekanntesten Gesichter des Events war, will sich nicht nur in Wien, sondern überhaupt aus dem „Eurovision-Kontext“ zurückziehen. In einem Posting auf Instagram hieß es: „Der Eurovision Song Contest hat mein Leben geprägt. Er war ... ein Kapitel, für das ich zutiefst dankbar bin. Als Künstler ist Veränderung meine große Konstante. ... Ich löse mich, um andere berufliche Projekte stärker in den Fokus zu rücken und Neues entstehen zu lassen.“ Die von „Tom“ unterzeichnete Nachricht konstatierte außerdem, dass die Entscheidung persönlich sei und von ihm nicht weiter kommentiert werde. Neuwirths Management hat die Echtheit des Postings bestätigt. ORF "respektiert Entscheidung" Der Schritt kommt unerwartet, schien doch fix, dass Conchita so wie beim Song Contest 2015 in Wien auch heuer eine prominente Rolle übernehmen werde. Tatsächlich war der ORF dem Vernehmen nach mit Neuwirth in Verhandlungen, die Ankündigung soll für Überraschung gesorgt haben. Michael Krön, ORF-Executive Producer für den ESC, teilte mit: „Wir nehmen die Entscheidung von Conchita Wurst, sich aus dem Eurovision-Kontext zurückzuziehen, zur Kenntnis und respektieren sie. Ihr Beitrag ist ein wichtiger Teil der österreichischen Song-Contest-Geschichte. Für seine zukünftigen Projekte wünschen wir Tom Neuwirth alles Gute.“ Erst zum Jahreswechsel hat Neuwirth in einem ORF-Interview zu einem Auftritt beim Wiener ESC gesagt: „Ich werde auf jeden Fall dabei sein, erstens will ich das und zweitens will es auch die Song Contest Community. Was genau ich mach, weiß ich noch nicht, es gibt ein paar Ideen.“ Neues Theaterprojekt Der ESC hatte zuletzt mit historischen Problemen zu kämpfen: Aus Protest gegen die Teilnahme Israels hatten Spanien, Irland, die Niederlande und Slowenien ihren Rückzug vom Bewerb bekannt gegeben. Ob Neuwirths Abwendung in diesem Zusammenhang steht, ist nicht bekannt. In den Sozialen Medien gehen Palästina-Unterstützer aber unhinterfragt davon aus. Tom Neuwirth hatte zuletzt Theaterluft geschnuppert: Im Rabenhof spielt er in „Luziwuzi“ den homosexuellen Bruder von Kaiser Franz Joseph. Regisseurin Ruth Brauer-Kvam erzählte dem KURIER kürzlich, dass an einem neuen Projekt mit Neuwirth gearbeitet werde. Am Dienstag startete außerdem der Ticketverkauf für die neun Eurovision Shows von 11. bis 16 . Mai. Die Tickets, für die man sich vorab registrieren hatte müssen, waren in Rekordzeit ausverkauft. Es wird noch eine zweite Verkaufswelle geben.