Studie: Medienmanager fürchten Einbußen durch KI

Dass sich nur mit Klicks in der Medienbranche kein großes Geld mehr verdienen lässt, ist kein Geheimnis – und der Blick in die Zukunft sieht auch nicht rosiger aus. Verlage gehen davon aus, dass die Zahl der Leserinnen und Leser, die über Suchmaschinen auf ihren Nachrichtenseiten landen, in den nächsten drei Jahren um mehr als 40 % einbrechen wird – denn KI-Zusammenfassungen in den Google-Ergebnissen und Chatbots machen das Klicken auf Links von News-Anbietern oft obsolet. Diese Zahlen gehen aus einer Studie des britischen Reuters Institute for the Study of Journalism hervor. Dafür wurden 280 Medienmanagerinnen und -manager aus 51 Ländern zu ihren Prognosen befragt. Wenig Zuversicht Nur etwas mehr als ein Drittel von ihnen (38 %) gab an, zuversichtlich auf die Zukunft des Journalismus im kommenden Jahr zu blicken – 22 Prozentpunkte weniger als noch vor vier Jahren. Als Gründe wurden u. a. etwa politische Angriffe und gestrichene Förderungen genannt. Herausfordernd sind aber auch die Entwicklungen im Bereich der KI. Im Vorjahr sind Aufrufe von Nachrichtenseiten bereits um ein Drittel gesunken, wie Zahlen des Analysedienstes Chartbeat zeigen, die für die Studie herangezogen wurden. Besonders betroffen sind Inhalte aus dem Lifestyle-Bereich. Viele Medien wollen verstärkt auf investigative Recherchen und Analysen setzen. 44 % der Befragten beurteilen die Ergebnisse der in ihren Newsrooms eingesetzten KI-Tools als "vielversprechend", 42 % erachten diese als "begrenzt". Konkurrenz orten Verlegerinnen und Verleger durch News Creators und Influencer. Drei Viertel der Befragten wollen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu bewegen, selbst mehr wie Creators zu arbeiten. Liquide Inhalte Eines der Schlagworte für 2026 wird laut der Studie „Liquid content“ sein – gemeint sind damit Inhalte, die mittels KI an die Konsumentinnen und Konsumenten etwa in Länge oder Form (Text oder Audio) angepasst werden. Gleichzeitig, heißt es weiter, entscheiden sich immer mehr Junge dafür, Smartphones den Rücken zuzukehren, Social Media zu löschen oder auf Dumb Phones umzusteigen – Handys, auf denen sich keine Apps installieren lassen. Zudem diskutierten nach dem australischen Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige immer mehr Länder über ähnliche Regelungen.