Mit einer überraschenden Meldung zur Notarztversorgung im Ybbstal ließen die Landespolitiker Eva Prischl (SPÖ) und Anton Kasser (ÖVP) aufhorchen. Sie teilten am Dienstag mit, dass der Notarztstützpunkt in der Ybbs-Stadt zumindest bis April 2027 gesichert sei. Ihre Aussendung wurde in Waidhofen/Ybbs, wo es vehementen Widerstand gegen die angekündigte Auslösung des NEF-Stützpunkts gibt, mit Staunen aufgenommen. Dass die Versorgung mit Notfallmedizinern im Rahmen des Rettungsdienstes schon aktuell gefährdet sei, tauchte bisher in den öffentlichen Diskussionen nicht auf. Wie berichtet, haben im November knapp 17.000 Bürger binnen eines Monats eine Petition der Stadtpolitik und des Ärztekomitees Herzalarm gegen die Auflösung des Waidhofner Notarztstützpunktes ohne gleichwertigen Ersatz unterschrieben. Ärztemangel Nun informierte das Land über einen bereits aktuellen Engpass des Notarztwesens im Ybbstal. Im Zusammenhang mit Informationen aus dem Landesklinikum Waidhofen/Ybbs über die personelle Situation des notärztlichen Dienstes am örtlichen NEF-Standort hätten zuletzt mehrere Gesprächsrunden stattgefunden, um die drohenden Lücken bis zur Neuausrichtung des Standortes abzuwenden, wurde in einer Aussendung mitgeteilt. Rettungsaktion Gemeinsam mit dem Roten Kreuz sei es nun gelungen, den Betrieb des NEF-Einsatzfahrzeuges in Waidhofen/Ybbs bis zum Start der neuen Rettungs- und Notfallstruktur im April 2027 mit vereinten Kräften sicherzustellen und andererseits damit die innerklinische Versorgung zu stabilisieren, hieß es weiter. "Wir danken dem Roten Kreuz für die kurzfristige Bereitschaft, die Organisation des notärztlichen Dienstes am NEF-Standort befristet zu übernehmen und damit die Versorgung in der Region zu gewährleisten“, betonten die beiden Landesräte. Im November informierte die Führung des Waidhofner Landesklinikums über die strukturelle Unterbesetzung der Notarztdienste. Die Alternative wäre eine deutliche Reduktion der Operationen im Spital gewesen, um das Dienstrad der Notärzte am Laufen zu halten. Die Entscheidung, weniger OPs für aufrechten Notarztdienst, stand an. Gesundheitspakt Das aktuelle Beispiel zeige, dass die 2025 beschlossene Neugestaltung der Rettungs- und Notfallversorgung im Gesundheitsplan 2040+ eine wichtige Maßnahme war, kommentierten Prischl und Kasser die Situation. Ab April 2027 werde der Plan mit 21 NEF-Stützpunkten, qualifizierten Notfallsanitätern an 86 Rettungswagen-Standorten, Telenotfallmedizinern sowie eine aufgerüstete Flugrettung sichergestellt sein, wiederholten die Landesräte die Eckpunkte des Gesundheitsplans. "Ab sofort stellen wir am Standort den Notarzt gemeinsam mit der LGA und von Ende März 2026 bis zum 31. März 2027 betreibt den Notarztstützpunkt das Rote Kreuz NÖ in eigener Verantwortung “, bestätigte Rotkreuz-Landesrettungskommandant Wolfgang Frühwirth das Abkommen.