Ein zusätzliches Förderpaket des Bundes in der Höhe von fünf Millionen Euro ermöglicht den ÖBB die zusätzliche Ausbildung von 300 Lehrlingen innerhalb von drei Jahren. Die Unterstützung aus dem Mobilitätsministerium birgt die Chance, die hohe Ausbildungsqualität bei der Eisenbahn für zusätzliche Facharbeiter zu nutzen und gibt den ÖBB selbst die Möglichkeit, den gerade massiven Generationenwechsel im Personal besser zu verkraften. Infrastrukturminister Peter Hanke und Arbeitsministerin Korinna Schumann , beide SPÖ, besuchten am Dienstag die St. Pöltner Lehrwerkstätte der ÖBB, um im Umfeld der Lehrlinge das Förderpaket zu präsentieren. 2.500 Lehrlinge Das zusätzliche Geld wird auf vier Bundesländer, nämlich auf die Werkstätten in St. Pölten , Wien , Graz und Linz , aufgeteilt. Hier können die ÖBB, die aktuell konzernweit 2.300 Jugendliche ausbilden, die 300 zusätzlichen Lehrlinge aufnehmen. Die Jobs bei der Bahn seien gefragt, berichtete der Vorstandsvorsitzende Andreas Matthä . Jährlich gebe es rund 6.000 Bewerber für die 26 Lehrberufe, die bei den ÖBB ausgebildet werden. Mit 760 Lehrlingen wurde im vergangenen Herbst eine Rekordzahl aufgenommen. Das Sonderpaket kommt gerade recht, um die rund 100 zusätzlichen Lehrlinge zu finanzieren. Mit den Mitteln werden Lehrlingsentgelte, Lehrmittel, Infrastruktur und Ausbildner finanziert. Fachkräfte Mobilitätsminister Peter Hanke bezeichnete das Paket als Investition "in die Zukunft der Mobilität“ und in Fachkräfte für die Mobilitätswende. Er nannte das Lehrlingspaket ein starkes Zeichen für die Lehre und gegen den Facharbeitermangel. Insgesamt würden 66 Millionen Euro bei den ÖBB in die Lehre investiert. Der Facharbeitermangel stelle trotz derzeit hoher Arbeitslosenzahlen in Zukunft weiterhin eine Herausforderung dar, sagte Hankes Regierungs- und Parteikollegin Schumann. Die duale Facharbeiterausbildung in Österreich mit Schul- und Praxisausbildung gelte international als vorbildhaft, so die Ministerin. Die ÖBB seien beispielgebend. Die Lehre sei der wesentliche Schüssel gegen den Facharbeitermangel und müsse trotz bereits vieler positiver Regelungen noch attraktiver gemacht werden. Atzenhofer Wolfgang ÖBB-Lehrlinge mit Minister in der St. Pöltner ÖBB-Lehrwerkstätte. Ministerin Schumann bedauerte die sinkende Zahl der Ausbildungsbetriebe, die im Zeitraum von 2008 bis 2024 um 31 Prozent zurückgegangen seien. "Die Zahl der Lehrlinge ist im selben Zeitraum um 19 Prozent gesunken“, so Schumann. Generationenwechsel ÖBB-Vorstandschef Matthä schilderte im Bezug auf die ÖBB-Personalsituation, dass in den nächsten zwei Jahren aufgrund des Abgangs der Babyboomer in die Pension ein Spitzenwert erreicht wird. Rund 4.100 neue Beschäftigte werden jährlich gesucht. Der jährliche Abgang bei 45.000 Beschäftigten liege bei rund 4.000 Mitarbeitern . 50 Prozent davon sind Pensionierungen, die andere Hälfte ist natürliche Fluktuation.