Ermittlungen gegen Ex-Chef der Hofreitschule teilweise eingestellt

Der Geschäftsführer der Spanischen Hofreitschule in Wien, Alfred Hudler, musste im September seinen Hut nehmen. Er wurde im Juli wegen des Verdachts der Untreue angezeigt, nachdem die interne Revision einen möglichen Schaden von mehr als 15.000 Euro festgestellt hatte. Hudler soll Familienurlaub auf Firmenkosten gemacht und regelmäßig private Ausgaben als Spesen abgerechnet haben. Er hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Nun steht fest: Die Staatsanwaltschaft Wien hat die Ermittlungen teilweise eingestellt. Das berichten Standard und profil. Die Ermittlungen wegen der Spesenabrechnungen wurden am 7. Jänner eingestellt. Es gibt aber noch einen zweiten Ermittlungsstrang. Hudler hatte eine interne Überprüfung der Finanzabteilung der Hofreitschule angeordnet, deren langjähriger Leiter kurz zuvor aus dem Unternehmen ausgeschieden war. Dabei stellte sich heraus, dass Rechnungen im Ausmaß von 700.000 Euro vom (inzwischen ausgeschiedenen) Leiter der Finanzabteilung nicht verbucht worden waren. Hudler ließ diese umgehend begleichen und informierte den Aufsichtsrat. Kurier/Juerg Christandl Obwohl er selbst die Malversationen aufgedeckt hatte, wurde Hudler entlassen. Er habe die Finanzabteilung nicht „mit der gebotenen Sorgfalt überwacht“, so die Begründung des Aufsichtsrates. Ex-Aufsichtsratschef Martin Winkler hat als Zeuge ausgesagt, dass es keinerlei Anhaltspunkte dafür gibt, dass Hudler über die unbezahlten Rechnungen Bescheid wusste. Warten auf Bericht Laut den beiden Medien wartet die Staatsanwaltschaft noch auf einen Bericht der Internen Revision des Landwirtschaftsministeriums, zu dem die Hofreitschule ressortiert, ab. Dieser wurde bereits vor vier Monaten in Auftrag gegeben. Mit der interimistischen Weiterführung der Geschäfte ist Maria Patek, Ex-Sektionsleiterin im Landwirtschaftsressort, im September betraut worden.