Wienerin der Woche: Die Sozialarbeiterin Irene Reismüller

Wenn sie zwei Mal klingelt, wird es fast immer wieder gut. Irene Reismüller sammelt alleine mit ihrem Lächeln sofort Sympathiepunkte, wenn man ihr zum ersten Mal begegnet. Dabei ist die Aufgabe der Sozialarbeiterin von Wiener Wohnen nicht leicht: „Wenn ich in einem Gemeindebau anläute, dann ist es fünf Minuten vor zwölf Uhr. Der Termin für eine Delogierung der Mietwohnung steht meist unmittelbar bevor.“ Statt einer Aktentasche trägt Irene Reismüller einen Rucksack . Der ist auch als eine Art Botschaft zu lesen: „Nein, ich bin nicht vom Amt. Ja, ich will Ihnen gerne helfen.“ Seit 2017 sind – so wie sie – Case Manager in den städtischen Wohnhäusern unterwegs. Ihre Bilanz kann sich sehen lassen, wie die leitende Mitarbeiterin von Wiener Wohnen ausführt: „Ich selbst habe mehr als 1.000 Mieter betreut. So wie bei uns allen im Team liegt die Erfolgsquote bei rund neunzig Prozent.“ Mit Anträgen auf eine Förderung der Stadt bzw. vom Bund sowie eine Ratenzahlung kann oft im letzten Moment verhindert werden, dass ein Mensch wohnungslos wird. Gelingt das, freuen sich nicht nur jene, die davon bedroht waren. Irene Reismüller erklärt das so: „Ich habe nach dem Studium sehr lange in der Wiener Wohnungslosenhilfe gearbeitet. Ich weiß ziemlich genau, was Menschen alles verlieren können, wenn sie ihre Wohnung verlieren. Sehr oft ihre Familie, den Job und vor allem ihre Gesundheit.“