Notstromaggregate: Was sie leisten können - und was nicht

Von Gernot Heigl Blackouts sind kein theoretisches Szenario mehr. Entsprechend steigt das Interesse an Notstromaggregaten , speziell für private Haushalte. Experten raten zu einer nüchternen Analyse des tatsächlichen Bedarfs – und zu besonderer Vorsicht bei Auswahl, Installation und Betrieb. Die Ansprüche an eine Notstromversorgung sind jahreszeitenabhängig. Liegt im Sommer das Hauptaugenmerk auf der Kühlung verderblicher Lebensmittel und somit dem Betrieb von Eiskästen oder Tiefkühltruhen, ist es, wie bei den aktuellen Minusgraden, eine funktionierende Wärmequelle in Wohnräumen. Denn Kälte kann, da viele Zentralheizungen ohne Strom nicht funktionieren, für Mensch, Tier und Inventar (z. B. Wasserleitungen) durchaus zu einem ernsthaften Problem werden. Vor allem dann, wenn Alternativen wie etwa Schwedenöfen, offene Kamine oder Küchenherde fehlen. Das richtige Gerät auswählen Notstromaggregate sind da ein begehrtes Hilfsmittel. „Oft genügen schon einfache Inverter-Geräte mit einer Mindestleistung ab 2 Kilowatt (kW), um die Steuerung der Heizanlage inklusive Umwälzpumpen in Gang setzen zu können“, so Siegfried Klein von der Firma Funktechnik Klein ( www.ftk.at ). Will man auch andere Wärmespender, kleine Kochgeräte und eventuell sogar die Waschmaschine einschalten, empfiehlt der burgenländische Experte aus Günseck (Bezirk Oberwart) Aggregate mit einer Leistung von 4 bis 8 kW. Bei beiden Varianten können ebenso ein paar Lampen zum Leuchten gebracht werden. Vorsicht geboten ist allerdings beim Betrieb von sensiblen elektronischen Geräten wie etwa Computer oder Laptop. „Problemlos möglich bei Inverter-Geräten und neuen 1-phasigen Aggregaten. Nicht verwenden sollte man allerdings kleine 3-phasige Geräte mit einer Motordrehzahl von 3000U/min. Mit so einem Aggregat sind erhebliche Schäden vorprogrammiert“, warnt Siegfried Klein. Wie man das ganze Haus versorgt Möchte man nicht nur einzelne Geräte an die Notstromversorgung anschließen, sondern gleich die komplette Wohnung oder das ganze Haus versorgen, so ist das nach Einbau eines Notstromumschalters in die bestehende Elektroinstallation ebenfalls möglich. Danach können alle Geräte und Lichter bis zur Nennleistung des Aggregats verwendet werden. Voraussetzung für einwandfreies Funktionieren der Notstromlieferanten sind dauerhafte Wartung und regelmäßige Probeläufe. Zur Auswahl stehen Geräte mit Benzin- oder Dieselmotor. Über die jeweiligen Vor- und Nachteile geben Fachbetriebe Auskunft. Abgase unbedingt ins Freie ableiten Lebenswichtiger Hinweis! „Egal welcher Treibstoff verwendet wird, keinesfalls die Geräte in geschlossenen Räumen betreiben. Ausnahme: Die giftigen Verbrennerabgase werden sicher ins Freie abgeleitet“, appelliert Siegfried Klein. Einfache Notstrom-Lösungen wie etwa über Inverter-Geräte gibt es bereits ab zirka 500 Euro , Aggregate mit Einspeisung in den Hausverteiler inklusive Umschalt-Installation ab rund 2.500 Euro. Je nach Leistungsbedarf und gewünschtem Komfort steigen die Kosten.