Hobbys machen uns auch erfolgreicher im Job

Der Jahreswechsel ist für viele Anlass, in neue Hobbys einzutauchen oder vernachlässigte Leidenschaften wiederzuentdecken. Eine neue Studie legt nahe, dass Freizeitbeschäftigungen nicht nur im Privaten bereichern. Sie könnten auch den beruflichen Erfolg vorantreiben. Forscherinnen und Forscher der britischen University of East Anglia und der niederländischen Erasmus University Rotterdam untersuchten, wie sich die Freizeitgestaltung auf Kreativität, Engagement und die erlebte Sinnhaftigkeit am Arbeitsplatz auswirkt. Hobbys als Instrument der persönlichen Weiterentwicklung Tatsächlich zeigte sich, dass Hobbys zu einem erfüllenderen Erleben im Beruf beitragen können. "Es ist bekannt, dass Hobbys gut für das Wohlbefinden sind", wird Hauptautor und Arbeitspsychologe Paraskevas Petrou von der Erasmus University Rotterdam in einer Aussendung zitiert. "Unsere Studie zeigt jedoch, dass Hobbys nicht nur glücklicher machen, sondern auch dazu beitragen können, dass man sich bei der Arbeit erfüllter und kreativer fühlt." Dieser Umstand mache Hobbys zu einem wichtigen Instrument der persönlichen Weiterentwicklung. Die förderlichen Effekte zeigten sich in der Studie in überraschendem Ausmaß: "Wir waren überrascht, dass Freizeitbeschäftigungen einen stärkeren Einfluss auf die Arbeit hatten als auf das Privatleben. Wir hatten in beiden Bereichen gleiche Vorteile erwartet", so Mitautor George Michaelides. Dies könnte auf die Zusammensetzung der Stichprobe zurückzuführen sein, so Michaelides: "Womöglich waren die Teilnehmer unserer Studie bereits recht zufrieden mit ihrem Leben außerhalb der Arbeit." Vor allem Ältere profitieren von gezielter Freizeitbeschäftigung In der Studie wurden knapp 200 berufstätige Erwachsene angeleitet, ein handwerkliches Hobby aufzugreifen. Konkret wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – sie waren im Schnitt 46 Jahre alt – gebeten, ihr Hobby bewusst so auszuüben, dass sich positive Effekte auf ihr Kontrollerleben im Alltag ergeben, sprich Gefühle von Selbstwirksamkeit und Sicherheit erhöhen: Etwa in der Gruppe, mit einem bestimmten Ziel vor Augen, zeitlich gut in den Alltag integriert oder möglichst abwechslungsreich. Mit Fragebögen wurde fünf Wochen lang erhoben, wie gut die Umsetzung gelang und wie sich die Probanden dabei fühlten. Neben dem Privatleben wurde explizit auch das Erleben am Arbeitsplatz abgefragt. Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die ihre Hobbys ohne spezifischen Plan verfolgte, berichtete die Interventionsgruppe, dass ihre Arbeit für sie an Bedeutung gewann und sie als lohnender empfanden. Die Probanden gaben auch an, sich bei der Arbeit kreativer zu fühlen. Interessanterweise gaben insbesondere Teilnehmende über 61 Jahre an, sich insgesamt zufriedener zu fühlen. Tipp für Unternehmen "Das ist eine Erinnerung daran, dass Menschen nicht nur Mitarbeiter sind – sie sind ganze Individuen, und die Unterstützung ihrer persönlichen Entwicklung außerhalb der Arbeit kann sich positiv auf das Arbeitsumfeld auswirken", resümiert Mitautorin und Soziologin Laura Den Dulk. "Wenn das, was Menschen außerhalb der Arbeit tun, sich positiv auf ihr Arbeitsleben auswirken kann, sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht nur bei der Arbeit, sondern in allen Bereichen ihres Lebens unterstützen", ergänzt Michaelides.