Der offizielle Teil des Pilnacek -Untersuchungsausschusses startet heute nicht im Parlament, sondern an einem Seitenarm der Donau. Am Vormittag fährt ein Bus die Ausschussmitglieder ins etwa eine Stunde von Wien entfernte niederösterreichische Rossatz (Bezirk Krems), wo der Leichnam des ehemaligen Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek 2023 im Wasser treibend gefunden wurde. Sie sollen sich selbst ein Bild der Begebenheiten machen. Der KURIER wird ebenfalls vor Ort sein und berichten. In den vergangenen Tagen wurden zahlreiche Bedenken zur heutigen Exkursion der Parlamentarier geäußert. Fest steht: Es ist eine Premiere. Ein Lokalaugenschein ist laut Verfahrensordnung zwar prinzipiell möglich, durchgeführt wurde aber noch nie einer. Weder Erfahrungswerte noch konkrete Vorgaben gibt es daher in Hinblick darauf, was die Abgeordneten vor Ort genau tun dürfen. Etwa, ob sie mit jenen Polizisten des Landeskriminalamts Niederösterreich, die nach einem Amtshilfeersuchen von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz unterstützend im Einsatz sein werden, überhaupt reden dürfen. Auf KURIER-Anfrage in der Parlamentsdirektion heißt es, es handle sich um "keine formale Sitzung", daher gebe es auch "keine formale Befragung". Es werden allerdings Beamte vom LKA Niederösterreich vor Ort eine "Erläuterung" machen. Konkret eine "dialogische" - was bedeutet, dass sie im Rahmen eines Gesprächs sehr wohl Fragen stellen dürfen. Nur eben, wie erwähnt, nicht so, wie sie es bei Auskunftspersonen im U-Ausschuss gewohnt sind. Wie sich die Lage darstellt, wird sich erst zeigen. Losgehen dürfte es gegen 11 oder 11.30 Uhr. Dieser Artikel wird laufend ergänzt.