Betrugsvorwurf: Influencerin Chiara Ferragni freigesprochen

Die bekannte italienische Influencerin und Modeunternehmerin Chiara Ferragni ist am Mittwoch in Mailand vom Vorwurf des schweren Betrugs freigesprochen worden. Der Beschluss gilt auch für zwei Mitangeklagte, wie Medien berichteten. Die Mailänder Staatsanwaltschaft hatte Ferragni vorgeworfen, in den Jahren 2021 und 2022 ihre Follower und Konsumenten in die Irre geführt zu haben. In sozialen Netzwerken soll sie laut Anklage irreführende Botschaften verbreitet und den Eindruck erweckt haben, dass ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf des beliebten italienischen Weihnachtskuchens Pandoro und von Ostereiern - zu einem über dem Marktpreis liegenden Preis, versehen mit ihrer Marke und persönlicher Werbung - für krebskranke Kinder oder Jugendliche mit Behinderung bestimmt gewesen seien. Der Skandal war 2024 aufgeflogen. "Wir sind alle sehr bewegt" "Wir sind alle sehr bewegt. Ich danke allen, meinen Anwälten und meinen Followern", sagte Ferragni nach der Entscheidung vor Journalisten und Kamerateams. Ferragnis Verteidiger hatten vor Gericht bekräftigt, sie habe keine Straftat begangen. Zudem habe sie das Verfahren auf verwaltungsrechtlicher Ebene bereits abgeschlossen und insgesamt 3,4 Millionen Euro an Spenden geleistet. Im Dezember 2024 hatte Ferragni außerdem eine Vereinbarung mit der Verbraucherorganisation Codacons abgeschlossen, die von der Influencerin einen Scheck über 200.000 Euro für ein Projekt zum Schutz von weiblichen Gewaltopfern erhielt und daraufhin die Strafanzeige gegen sie zurückzog. Seit dem Betrugsskandal geht es für Ferragni, die in den vergangenen Jahren bei Instagram fast 30 Millionen Followerinnen und Follower hatte, beruflich und privat bergab. Viele Unternehmen lösten ihre Verträge mit der Modeinfluencerin auf. Im vergangenen Jahr ließ sich die Mutter von zwei kleinen Kindern von ihrem Mann, dem bekannten Rapper Fedez, scheiden. Die beiden hatten 2018 auf Sizilien geheiratet.