Austria-Aufsichtsrat: Warum die Freitag-Sitzung viel Zündstoff birgt

Am Freitag ist es endlich soweit, es tagt nach zwei Verschiebungen und Absagen der Aufsichtsrat der Wiener Austria , um die Weichen für die nahe und mittlere Zukunft zu stellen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dabei überraschende Wendungen zu beobachten sein werden. Welche Themen sind am Verteilerkreis aktuell die dringlichsten? Der Sportvorstand Jürgen Werner erklärte nach langen internen Querelen im August 2025 seinen Rücktritt als Sportvorstand, bezieht aber sein Gehalt noch bis Sommer 2026. Laut Vertrag darf er seinen Nachfolger selbst vorschlagen, was dann im Aufsichtsrat behandelt werden muss. Werners Wahl fiel auf Tomas Zorn , der auch von Teamchef Ralf Rangnick empfohlen worden war. Ob Zorn als neuer Sportvorstand akzeptiert wird, hängt in erster Linie von den fünf Mitgliedern ab, die der Verein stellt, da die Austria eine 5:4-Mehrheit genießt. APA/GEORG HOCHMUTH Jürgen Werner Der ehemalige Sportvorstand und Investor (WTF) möchte in den Aufsichtsrat einziehen anstelle von Franz Suttner-Gatterburg, Peter Vogl wird Peter Kroha ersetzen. Allerdings war zuletzt zu vernehmen, dass doch nur Vogl ein neues Aufsichtsratsmandat erhalten soll. Man darf gespannt sein, ob Werner doch einen Posten einnimmt. Die Austria hält mit Kurt Gollowitzer, Julian Jäger, Gregor Pilgram, Daniel Koppensteiner und Mathias Moser fünf Sitze, die WTF-Gruppe mit Ralph Krueger (Vorsitzender), Hanno Egger, Franz Suttner-Gatterburg und Peter Kroha vier. Kauf der WTF-Anteile Die Viola Investment hält 49,9 Prozent Anteile an der Austria. Davon entfallen 40 Prozent auf die WTF-Gruppe, bei der auch Ex-Sportvorstand Jürgen Werner mitinvestiert ist. Die WTF kaufte einst die Anteile zu einem Preis von vier Millionen Euro – mit einer jährlichen Verzinsung von 20 Prozent. Die Austria hat das Vorrecht für einen Rückkauf , der schon seit über einem Jahr ein Thema ist. Bislang konnte der Verein nicht die Finanzierung ermöglichen. In letzter Zeit gab es wieder konstruktive Gespräche, bei den Veilchen zeigt man sich zuversichtlich, den Kaufpreis von 6 bis 7 Millionen zusammen zu kratzen. Fortsetzung folgt ... Neuer Investor Seit Monaten wird über den Vermittler Josko Rokov (ein ehemaliger Spielerberater, der u.a. Igor Pamic, Mario Bazina, Milenko Acimovic vertrat) mit einem nordamerikanischen Konsortium verhandelt. Zunächst waren Vertreter der Wiener Austria die Ansprechpartner (Zagiczek, Thonhauser, Korinek), dann wechselte sich Jürgen Werner mit der WTF ins Spiel ein, um auch die eigenen Anteile lukrativ (9–10 Millionen) zu veräußern. Das Unternehmen Revolution Sports Investment LLC (RSI) vertritt dabei nordamerikanische Investoren. Am 2. Dezember wurde auch ein Term Sheet unterzeichnet und wenige Tage später der Austria vorgelegt. Die gewünschten Finanzdaten über die Austria wurden bis dato nicht ausgehändigt, da der mögliche Käufer sich nicht direkt an den Verein gewendet hat. Erst dann wäre die Installierung eines Datenraums möglich. In diesem Term Sheet beabsichtigt der Käufer 100 Prozent der Viola Invest zu übernehmen – für 17,46 Millionen Euro. Und nach Abschluss der Transaktion wäre er bereit, Kapital in sportliche Verstärkungen zu investieren. Allerdings: die Verhandlungen gerieten zuletzt ins Stocken. Entrup-Transfer Aufgrund der Verletzungen von Noah Botic und Manprit Sarkaria sucht die Austria einen Stürmer und wurde beim LASK fündig. Maximilian Entrup möchte den Klub verlassen und seine Minimalchance auf eine WM-Teilnahme wahren, wozu er im Frühjahr Spielpraxis benötigt, die er beim LASK nicht im gewünschten Ausmaß erhalten würde. Beim LASK soll er 30.000 Euro brutto monatlich erhalten, die Austria wäre bereit, ihm zwei Drittel davon zu zahlen. Allerdings möchte der LASK eine hohe Ablösesumme , die Austria erwägt zunächst eine Leihe. Es wird jedenfalls weiter verhandelt, auch mit einem 23-jährigen Stürmer aus den Niederlanden, den man in Folge ob seines Alters gewinnbringend verkaufen könnte – im Gegensatz zum schon 28-jährigen Entrup.