Horcht man in den Automarkt hinein, hört man die Worte endlich , stetig , steigend und elektrisch durchklingen. Die Branche blickt auf eine Erholung im vergangenen Jahr zurück, sie nähert sich mit einem Plus von zwölf Prozent bei Pkw-Neuzulassungen wieder der für die heimische Autowelt magischen 300.000er-Schwelle. Zum Vergleich: 2019, im Vor-Corona-Jahr, lag der Wert bei fast 330.000 verkauften Einheiten. Davon war die Branche in den Rezessionsjahren seither weit entfernt, 2025 lieferte nun aber den Ruck nach vorne. „Es gibt einen großen Nachholbedarf , gerade im privaten Sektor“, analysiert Günther Kerle, Sprecher der Automobilimporteure. Autokäufe wären in den vergangenen Jahren oft verschoben worden, weil Wirtschaftskrise und die Verunsicherung der Konsumenten aufgrund der Transformation hin zu E-Autos schwerer wogen. Das hat das Durchschnittsalter der Pkw auf den heimischen Straßen auf mittlerweile zwölf Jahre angehoben. Jetzt aber würden sich die Menschen wieder trauen, gerade Private, die immerhin ein Drittel aller Autokäufe tätigen. Was dabei auffällt: Erstmals liegen Fahrzeuge mit Elektromotor in der Statistik vorne. Wie das? Hybrid traut man Dass allein mit Benzin getriebene Autos nicht mehr Bestseller sind, ist ein Novum in der Geschichte des heimischen Automarkts. Hybride liegen erstmals voran (39,3 Prozent Autos mit Verbrenner- und Elektromotor), auch der Anteil reiner E-Fahrzeuge ist auf 21,3 Prozent gestiegen . Insgesamt macht das Segment der verkauften Autos, die (auch) einen Elektromotor haben, mehr als 60 Prozent aus. Damit liegt die Ausrollung der E-Mobilität zwar hinter den hochgesteckten Erwartungen und fernab des Plans – aber die Zulassungszahlen gehen stetig nach oben. Den Trend zur Elektrifizierung sieht auch der ÖAMTC. „In den vergangenen sieben Jahren hat sich die Gesamtzahl der Diesel-Pkw in Österreich um 350.000 reduziert – die Zahl entspricht dem gesamten Pkw-Bestand Kärntens“, führt Martin Grasslober, Leiter Verkehrswirtschaft ÖAMTC exemplarisch an. Nichtsdestotrotz: Im Bestand sind von den 5,3 Millionen zugelassenen Pkw in Österreich nur etwa 254.000 rein elektrisch, das entspricht einem Wert von etwa fünf Prozent. Heißt aber im Umkehrschluss: 95 Prozent aller Autos verbrennen immer noch fossilen Treibstoff. Stetig nach oben Prognosen von Experten, wie es mit der Marktdurchdringung von Elektroautos weitergehen könnte, sehen den Trend „stetig, fortlaufend nach oben “. Heißt: Kein Kipppunkt, an dem E-Autos plötzlich zum Verkaufsrenner werden. Aber eine weiterhin langsame Entwicklung der Verkaufszahlen nach oben. Grasslober: „Im Moment ist die Hybridisierung das große Thema. Das traut man sich. Studien zeigen, dass der Bestand an reinen E-Autos 2030 in Österreich auf rund 800.000 bzw. 15 Prozent steigen könnte. Für mehr fehlt aktuell das Vertrauen der Konsumenten.“ Günther Kerle sieht Anzeichen, dass die 25-Prozent-Marke bei den E-Auto-Verkäufen erreicht werden könnte: „Wir brauchen jedes vierte Auto elektrisch, um die Klimaziele zu schaffen. Ich sehe diesen Wert für 2026 aber durchaus realistisch.“ Die Hemmnisse für Konsumenten, sich in das „Abenteuer“ Elektroauto zu wagen, bleiben indes unverändert: Es ist eine Frage der Infrastruktur, des Strompreises, der Preistransparenz an der Ladesäule, der Preise für E-Autos und letztlich auch der Förderungen, sind Experten einig. Aktuell halten vor allem die Unternehmen die Elektrofahne hoch – weil sie ihren Fuhrpark CO 2 -neutral halten müssen, es steuerliche Vorteile und keinen Sachbezug gibt.