Aufschrei wegen höherer Ortstaxen in der Hotellerie

Die geplante oder bereits fixierte Erhöhung der Nächtigungstaxe in einigen Bundesländern sorgt weiter für Unmut in der heimischen Tourismusbranche. Hotelbetreiber im Burgenland berichten dem KURIER von erbosten Gästen, die nicht einsehen, dass sie nun 4,50 Euro statt 2,50 Euro pro Person und Tag zusätzlich zum Zimmerpreis bezahlen müssten und daher künftig ausblieben. Preissensible Gäste „Gerade für kleinere Betriebe ist die Belastung massiv. Deren Gäste sind oft preissensibler als im 4-Sterne-Bereich, die Unternehmer befürchten, die Differenz bei bestehenden Buchungen selbst tragen zu müssen“, sagt Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV). Nicht nur das Burgenland bittet die Gäste heuer stärker zur Kassa. In Wien wird ab Juli die Ortstaxe von 3,2 auf fünf Prozent angehoben, 2027 dann auf acht Prozent. Gratzer weiter: „Wien positioniert sich damit im internationalen Spitzenfeld, was wir mittelfristig vor allem bei Business- und Kongresstourismus negativ merken werden“. Neue Aufenthaltsabgabe in Kärnten In Kärnten soll ab November eine neue Aufenthaltsabgabe von 4,50 Euro pro Person und Tag die Ortstaxe von bisher 2,70 Euro ablösen. Auch hier ist der Aufschrei groß. Was die Branche besonders ärgert, ist die „zweckentfremdete“ Benutzung der Abgabe zum Stopfen von Budgetlöchern. Im Burgenland etwa geht ein Euro an die Finanzierung der Rettungsdienste. Auch Schwimmbäder und Busverbindungen werden gerne mitfinanziert. "Die Ortstaxen sollten ein touristisches Mascherl haben“, fordert Susanne Kraus-Winkler, Bundessparten-Obfrau für Tourismus bei der Wirtschaftskammer (WKÖ) . Zwar würden öffentliche Verkehrsmittel auch von Touristen genutzt, trotzdem würden die Gelder „nicht dem Tourismusverband oder dem Tourismus per se zugutekommen“. Durch zu starke Erhöhungen der Ortstaxen sieht Kraus-Winkler Wettbewerbsnachteile „vor allem dort, wo wir preissensible Kunden haben“. Nächtigungsrekord 2025 Die aktuelle Wintersaison verläuft für die heimischen Betriebe positiv. Auch der Dezember war stark gebucht, nicht nur in den Wintersportregionen, sondern auch in den Städten. Im Gesamtjahr 2025 verzeichnete die Branche mit 156 Millionen Übernachtungen laut Statistik Austria einen Nächtigungsrekord. Die Zahlen waren in den beiden Hauptsaisonen Sommer und Winter relativ ausgeglichen. Wie schon in den Vorjahren gab es in der Sommersaison etwas mehr Übernachtungen. Die Ausgaben der einzelnen Gäste während ihrer Aufenthalte waren aber im Winter höher. Zuwächse gab es im Vier- und Fünf-Stern-Bereich, wie auch bei Ferienwohnungen.