Keine Frage, es ist der große Aufreger im noch jungen Sportjahr 2026: Real Madrid hat sich nach nur 232 Tagen von Cheftrainer Xabi Alonso getrennt. In „gegenseitigem Einvernehmen“, wie Real am Beginn der Woche mitteilte. Die spanische Presse ortete „ein Erdbeben“, „eine Bombe“ und das Ende „eines Albtraums“. Doch was steckt wirklich hinter der Trennung? Wie geht es mit Real weiter? Und was macht Alonso jetzt? REUTERS / Vincent West Zunächst einmal muss gesagt werden: Ausgezahlt hat sich der Trainerwechsel für die Königlichen nicht – zumindest nicht kurzfristig. Das Debüt von Alonsos Nachfolger Alvaro Arbeloa endete mit einem Desaster. Real blamierte sich im Cup bis auf die Knochen, schied gegen Zweitligist Albacete mit 2:3 aus. Matchwinner für den Außenseiter war übrigens ein ehemaliger Österreich-Legionär. Jefte Betancor, der unter anderem bei Ried gespielt hat, traf im Doppelpack. Im Kindergarten Die peinliche Niederlage darf als Indiz dafür genommen werden, dass die Talfahrt des Weißen Balletts nichts mit dem Trainer zu tun hatte. Sondern viel mehr mit den Spielern. Die Spannungen sollen groß gewesen sein. „Ich wusste nicht, dass ich hierher gekommen bin, um einen Kindergarten zu trainieren“, hatte Alonso einmal gesagt. Die Superstars wie Jude Bellingham oder Kylian Mbappe wollten nicht nach seiner Pfeife tanzen, was den Basken – normalerweise die Ruhe in Person mehrfach dazu gebracht haben soll, die Beherrschung zu verlieren. Geld alleine schießt keine Tore. Ein mit Topstars gespicktes Team muss nicht unbedingt eine gute Mannschaft sein. Das bekommt jetzt auch Arbeloa zu spüren. Real droht die zweite titellose Saison in Folge. Ob es tatsächlich eine Klausel in Alonsos Vertrag gegeben hat, dass sich Real bei einer Trennung im ersten Halbjahr viel Geld erspart, kann sein. Fakt ist jedoch, dass sich der 44-Jährige um seine Zukunft keine Sorgen machen muss. Nach der Erfolgsgeschichte in Leverkusen war Madrid sicher ein Rückschlag. Groll empfindet er dennoch keinen. Es sein nicht nach Wunsch gelaufen, aber dennoch eine „Ehre gewesen“. Kein Groll, keine Sorgen Unterstützung bekam Alonso von Jürgen Klopp, der aktuell als Fußballchef bei Red Bull arbeitet. Er wertete Alonsos Scheitern als „Zeichen, dass dort nicht alles zu 100 Prozent richtig ist“. Klopp: „Ich halte ihn für einen großartigen Trainer.“ Der übrigens bald in seine Fußstapfen treten könnte. Alonso wird in England heiß gehandelt – unter anderem beim FC Liverpool, mit dem er als Spieler die Champions League gewonnen hat. Wie auch mit Real Madrid.